Wie lange sollte man für eine Klausur lernen?

Realistische Zeitschätzungen für Uni-Klausuren, Abitur und Staatsexamen

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Lukas von Hohnhorst
9. Dezember 2025 · Aktualisiert: 9. Januar 2026 · 11 Min. Lesezeit
TL;DR
Pro ECTS-Punkt: 25–30 Stunden Gesamtaufwand, davon 20–30% reine Prüfungsvorbereitung. Konkret: 3 ECTS = 15–25h, 6 ECTS = 30–50h, Abitur = 200–400h, Staatsexamen Jura = 1.500–2.000h. Plane 30–50% mehr Zeit ein als geschätzt und tracke ehrlich.

„Wie lange muss ich für diese Klausur lernen?" – Diese Frage stellt sich jeder Studierende vor jeder Prüfung. Die Antworten in der WhatsApp-Gruppe reichen von „eine Woche reicht locker" bis „ich lerne seit drei Monaten". Beide können richtig sein – und beide können komplett daneben liegen. Denn die ehrliche Antwort hängt von drei Faktoren ab: dem Stoffumfang, dem Prüfungsformat und deinem Vorwissen.

3D-Laptop mit Bücherstapel als Symbol für die Klausurvorbereitung

In diesem Artikel bekommst du konkrete Stundenzahlen für verschiedene Prüfungstypen – von der regulären Uni-Klausur über das Abitur bis zum Staatsexamen. Basierend auf ECTS-Richtwerten, empirischen Daten und praktischer Erfahrung. Du wirst lernen, wie du den Aufwand für deine nächste Prüfung realistisch einschätzt – und warum die meisten Studierenden systematisch daneben liegen.


Das ECTS-System: Dein erster Anhaltspunkt

An deutschen und europäischen Universitäten gibt dir das ECTS-System (European Credit Transfer System) einen offiziellen Richtwert für den erwarteten Arbeitsaufwand. Pro ECTS-Punkt rechnet die Kultusministerkonferenz mit 25 bis 30 Arbeitsstunden – je nach Hochschule variiert der genaue Wert leicht. Diese Zahl ist kein willkürlicher Richtwert, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung mit studentischen Workloads.

Pro ECTS-Punkt 25–30 Stunden – das ist der offizielle europäische Standard für studentischen Arbeitsaufwand.

Was bedeutet das konkret für deine Prüfungsvorbereitung?

ECTSErwarteter GesamtaufwandDavon Prüfungsvorbereitung
3 ECTS75–90 Stunden15–25 Stunden
5 ECTS125–150 Stunden25–40 Stunden
6 ECTS150–180 Stunden30–50 Stunden
9 ECTS225–270 Stunden50–70 Stunden
12 ECTS300–360 Stunden70–100 Stunden
20–30 %
des ECTS-Gesamtaufwands entfallen auf die reine Prüfungsvorbereitung

Aber Achtung: ECTS ≠ Prüfungsvorbereitung

Hier liegt der häufigste Denkfehler: Die ECTS-Stunden umfassen den gesamten Arbeitsaufwand eines Moduls – nicht nur die Klausurvorbereitung am Ende. Dazu gehören:

  • Vorlesungen besuchen – Präsenzzeit im Hörsaal oder Online-Vorlesung
  • Übungen und Tutorien – Aktive Mitarbeit und Vertiefung
  • Wöchentliche Nachbereitung – Skripte lesen, Notizen sortieren
  • Kontinuierliches Selbststudium – Zusatzlektüre, Übungsaufgaben
  • Prüfungsvorbereitung – Nur 20–30 % des Gesamtaufwands

Der Rest sollte idealerweise über das Semester verteilt werden.

Die Realität an deutschen Unis sieht oft anders aus: Viele Studierende ignorieren den semesterbegleitenden Aufwand und versuchen, alles in die Prüfungsphase zu packen. Das führt zu enormem Stress, schlechteren Noten und dem chronischen Gefühl, nie genug Zeit zu haben. Wer semesterbegleitend arbeitet, hat es in der Prüfungsphase deutlich entspannter.


Konkrete Zeitschätzungen nach Prüfungstyp

1. Reguläre Uni-Klausur (3–6 ECTS)

Die typische Semesterklausur in einem Grundlagen- oder Aufbaumodul erfordert zwischen 20 und 50 Stunden reine Prüfungsvorbereitung. Der genaue Aufwand hängt stark von deinen Vorkenntnissen ab: Wer die Vorlesungen besucht und den Stoff semesterbegleitend nachbereitet hat, kommt mit 15 bis 25 Stunden aus. Wer viel nachzuholen hat, sollte eher 40 bis 60 Stunden einplanen.

SzenarioStundenZeitraum
Gute Vorkenntnisse15–25 h1–2 Wochen
Durchschnittlich25–40 h2–3 Wochen
Viel nachzuholen40–60 h3–4 Wochen

Rechnen wir ein konkretes Beispiel durch: Eine 6-ECTS-Klausur bedeutet laut offiziellem Standard 150 bis 180 Stunden Gesamtaufwand. Davon entfallen etwa 60 Stunden auf Vorlesung und Übung, weitere 50 Stunden auf die Nachbereitung während des Semesters. Für die reine Prüfungsvorbereitung bleiben dann 40 bis 70 Stunden – je nachdem, wie gründlich du das Semester über gearbeitet hast.

3 Wochen
Vorbereitungszeit für eine durchschnittliche Uni-Klausur
Die 3-Wochen-Regel: Plane 3 Wochen mit 3–4 Stunden pro Tag. Das ergibt 50–60 Stunden – genug für die meisten Module.

2. Große Modulprüfung (9–12 ECTS)

Bei Modulen mit hohem Stoffumfang – etwa den Basismodulen in BWL, Jura oder Medizin – steigt der Vorbereitungsaufwand entsprechend. Rechne mit 50 bis 100 Stunden reiner Prüfungsvorbereitung, verteilt über vier bis sechs Wochen. Der durchschnittliche Studierende investiert etwa 60 bis 80 Stunden, aber die Bandbreite ist groß: Mit guten Vorkenntnissen reichen manchmal 40 Stunden, wer viel nachzuholen hat, landet schnell bei 120 Stunden.

SzenarioStundenZeitraum
Gute Vorkenntnisse40–60 h3–4 Wochen
Durchschnittlich60–80 h4–5 Wochen
Viel nachzuholen80–120 h5–6 Wochen
60–80 h
typischer Vorbereitungsaufwand für 9–12 ECTS-Klausuren

3. Abitur

Das Abitur ist eine Sondersituation: Du wirst in mehreren Fächern gleichzeitig geprüft, und der Stoff umfasst bis zu drei Jahre Oberstufe. Entsprechend höher liegt der Gesamtaufwand – rechne mit 200 bis 400 Stunden Vorbereitung. Die schriftlichen Prüfungsfächer verschlingen den Löwenanteil mit 150 bis 250 Stunden, die mündlichen Prüfungen erfordern weitere 30 bis 60 Stunden, und für die Generalwiederholung solltest du nochmal 50 bis 100 Stunden einplanen.

Bei sechs Monaten Vorbereitung entspricht das etwa 8 bis 15 Stunden pro Woche – ein durchaus machbarer Aufwand neben dem normalen Schulalltag. Der Schlüssel liegt in der frühen und gleichmäßigen Verteilung: Wer erst vier Wochen vor dem Abi anfängt, muss täglich mehrere Stunden pauken und riskiert Überlastung.

200–400 h
Gesamtvorbereitung für das Abitur über 4–6 Monate

Für eine detaillierte Anleitung zur Abi-Vorbereitung mit Zeiterfassung lies unseren Artikel Zeitmanagement in der Abi-Vorbereitung.

4. Staatsexamen (Jura/Medizin)

Die Staatsexamen sind die Königsdisziplin der Prüfungsvorbereitung. Hier reden wir von einem völlig anderen Kaliber – nicht mehr von Stunden, sondern von Monaten und Jahren intensiver Vorbereitung. Das erste juristische Staatsexamen erfordert typischerweise 1.500 bis 2.000 Stunden, verteilt über 12 bis 18 Monate. Das zweite Staatsexamen liegt bei 800 bis 1.200 Stunden über 6 bis 12 Monate. In der Medizin ist das Physikum mit 400 bis 600 Stunden über 2 bis 4 Monate der erste große Meilenstein, das zweite Staatsexamen erfordert dann 600 bis 1.000 Stunden über 3 bis 6 Monate.

ExamenTypischer AufwandZeitraum
1. Staatsexamen Jura1.500–2.000 h12–18 Monate
2. Staatsexamen Jura800–1.200 h6–12 Monate
Physikum (Medizin)400–600 h2–4 Monate
2. Staatsexamen Medizin600–1.000 h3–6 Monate
1.500–2.000 h
investieren Jura-Studierende in die Examensvorbereitung

Bei sechs bis acht Stunden täglicher Lernzeit über 12 Monate entspricht das etwa 1.500 bis 1.900 Stunden – die Zahlen sind also absolut realistisch. Wer versucht, in sechs Monaten zu schaffen, was andere in zwölf Monaten machen, riskiert Burnout und schlechtere Ergebnisse.

Staatsexamen sind Marathons, keine Sprints. Das Lerntempo muss über Monate durchhaltbar sein.

Mehr dazu in unserem Artikel Zeiterfassung in der Jura-Examensvorbereitung.


Die Faktoren hinter den Zahlen

Faktor 1: Stoffumfang und Komplexität

Nicht jede Klausur ist gleich schwer, auch wenn die ECTS-Zahl identisch ist. Ein 6-ECTS-Modul in „Einführung in die Philosophie" erfordert völlig anderen Aufwand als 6 ECTS in „Organische Chemie II".

Faktoren, die den Aufwand erhöhen:

  • Viel Mathematik und komplexe Formeln
  • Umfangreiches Faktenwissen (Medizin, Jura)
  • Anwendungsorientierte Klausuren mit Fallstudien
  • Wenig oder schlechte Zusammenfassungen verfügbar

Die beste Quelle für realistische Zeitschätzungen sind Studierende, die das Modul bereits bestanden haben. Frag nach ihrem tatsächlichen Aufwand – nicht was sie geplant hatten, sondern was sie wirklich investiert haben. Die Differenz ist oft erhellend.

Hoher AufwandNiedrigerer Aufwand
Viel Mathematik/FormelnÜberwiegend Verständnisfragen
Umfangreiches Faktenwissen (Medizin, Jura)Multiple-Choice-Format
Komplexe Zusammenhänge verstehenGute Zusammenfassungen verfügbar
Anwendungsorientierte Klausuren (Fallstudien)Klausuren wiederholen sich thematisch

Faktor 2: Dein Vorwissen

Dein Ausgangspunkt beeinflusst den nötigen Aufwand massiv. Wer die Vorlesung besucht und mitgeschrieben hat, kann mit dem Basiswert rechnen. Wer zwar da war, aber nicht nachbereitet hat, sollte den Faktor 1,3 bis 1,5 ansetzen. Bei teilweisem Vorlesungsbesuch verdoppelt sich der Aufwand schnell, und wer kaum oder gar nicht zur Vorlesung gegangen ist, muss mit dem Zwei- bis Dreifachen rechnen.

AusgangslageMultiplikator
Vorlesung besucht, mitgeschrieben1x (Basiswert)
Vorlesung besucht, nicht nachbereitet1,3–1,5x
Vorlesung teilweise besucht1,5–2x
Vorlesung kaum/nicht besucht2–3x

Faktor 3: Prüfungsformat

Das Format der Prüfung bestimmt nicht nur, wie du lernen solltest, sondern auch wie lange. Multiple-Choice-Klausuren erfordern breites Wissen und viele Wiederholungsdurchgänge. Offene Fragen verlangen tiefes Verständnis und die Fähigkeit, Gedanken zu formulieren. Rechenaufgaben brauchen vor allem eines: Übung, Übung, Übung. Fallstudien testen Anwendung und Transfer – hier musst du den Stoff wirklich verstanden haben. Und mündliche Prüfungen fordern zusätzlich Artikulationsfähigkeit und schnelle Reaktion.

FormatLernstrategieRelativer Aufwand
Multiple ChoiceBreites Wissen, WiederholungMittel
Offene FragenTiefes Verständnis, FormulierungHoch
RechenaufgabenÜbung, Übung, ÜbungMittel-Hoch
FallstudienAnwendung, TransferHoch
Mündliche PrüfungArtikulation, ReaktionsfähigkeitMittel-Hoch
⚠️Multiple Choice ist nicht einfach
Viele unterschätzen MC-Klausuren. Das Format testet oft Detailwissen und arbeitet mit negativen Formulierungen. Plane genug Zeit für mehrere Durchgänge durch den gesamten Stoff.

Die Rechnung: So planst du rückwärts

Schritt 1: Prüfungstermin und verfügbare Zeit

Die Planung beginnt beim Prüfungstermin und arbeitet rückwärts. Wann ist die Klausur? Wie viele Tage hast du noch? Wie viele Stunden pro Tag kannst du realistisch lernen – und hier ist „realistisch" das Schlüsselwort.

Nehmen wir ein Beispiel: Deine Klausur ist in 21 Tagen. Du schätzt, dass du realistisch 4 Stunden pro Tag lernen kannst, mit zwei Ruhetagen pro Woche. Das ergibt 18 Lerntage und insgesamt 72 verfügbare Stunden.

Schritt 2: Stoffumfang schätzen

Jetzt schätzt du den Aufwand pro Themenbereich. Liste alle Kapitel oder Themenkomplexe auf und ordne jedem einen Zeitwert zu. Vergiss nicht, Zeit für Altklausuren und Wiederholungen einzuplanen.

ThemaGeschätzter Aufwand
Kapitel 1–3 (Grundlagen)10 h
Kapitel 4–6 (Kernstoff)25 h
Kapitel 7–8 (Vertiefung)15 h
Altklausuren üben15 h
Wiederholung10 h
Gesamt75 h

Schritt 3: Realitätscheck

Vergleiche den geschätzten Aufwand mit der verfügbaren Zeit. Wenn der Aufwand größer ist als die Zeit, musst du priorisieren oder früher anfangen. Wenn beides ungefähr gleich ist, passt es – aber baue einen Puffer ein. Wenn du mehr Zeit hast als nötig, nutze sie für zusätzliche Wiederholungen statt für Prokrastination.

20 %
Puffer solltest du immer einplanen – es kommt immer etwas dazwischen

Typische Fehler bei der Zeitplanung

Die vier häufigsten Planungsfehler im Überblick:

  1. Den Stoff unterschätzen – „Eine Woche reicht" ist der berühmte letzte Satz
  2. Die eigene Lernzeit überschätzen – 8 Stunden in der Bib sind oft nur 4–5 Stunden echtes Lernen
  3. Keine Wiederholungszeit einplanen – Einmal durcharbeiten reicht nicht
  4. Keinen Puffer einbauen – Irgendetwas kommt immer dazwischen

Fehler 1: Den Stoff unterschätzen

„Das schaffe ich in einer Woche" – die berühmten letzten Worte vor jeder Klausurenphase.

Die meisten Studierenden unterschätzen den Stoffumfang systematisch. Dieser Planungsoptimismus ist menschlich, aber gefährlich. Die Lösung ist einfach: Rechne bei deiner ersten Schätzung 30 bis 50 Prozent drauf. Wenn du denkst, du brauchst 40 Stunden, plane lieber 55 bis 60 ein.

Fehler 2: Die eigene Lernzeit überschätzen

Was sich wie „8 Stunden in der Bib" anfühlt, sind oft nur 4 bis 5 Stunden echtes Lernen. Dazwischen liegen Social Media, Gespräche mit Kommilitonen, ausgedehnte Kaffeepausen und der mentale Leerlauf, der sich einschleicht, wenn die Konzentration nachlässt. Nur wenn du deine Lernzeit trackst, weißt du, wie viel du wirklich lernst.

30–40 %
um so viel überschätzen Studierende ihre effektive Lernzeit

Fehler 3: Keine Wiederholungszeit einplanen

Einmal durcharbeiten reicht nicht – das zeigt die Forschung zum Spacing-Effekt eindeutig. Verteilte Wiederholungen sind entscheidend für langfristiges Behalten. Plane mindestens 20 bis 30 Prozent deiner Lernzeit explizit für Wiederholungen ein, nicht nur für das erstmalige Durcharbeiten.

Fehler 4: Keinen Puffer für Unvorhergesehenes

Krankheit, familiäre Verpflichtungen, technische Probleme, schlechter Schlaf, ein unerwartet schwieriges Kapitel – irgendetwas kommt immer. Ein 20-Prozent-Puffer ist keine Verschwendung, sondern schützt vor bösen Überraschungen und dem Stress, der entsteht, wenn der Plan nicht mehr aufgeht.


Die Praxis: So setzt du die Planung um

Wochen vor der Klausur: Der Lernplan

Ein guter Lernplan entsteht Wochen vor der Klausur, nicht Tage.

Was dein Lernplan enthalten sollte:

  • Tägliche Lernziele – Konkret in Stunden und Themen
  • Bewusste Pausen – Mindestens ein Tag pro Woche komplett frei
  • Wiederholungs-Slots – Regelmäßig verteilt, nicht nur am Ende
  • Puffer-Tage – Für Unvorhergesehenes (Krankheit, schwierige Kapitel)

Täglich: Zeiterfassung mit Athenify

Die tägliche Zeiterfassung ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Wissen. Mit Athenify trackst du jeden Tag, wie viele Stunden du gelernt hast, welche Fächer und Themen du bearbeitet hast, und ob du dein Tagesziel erreichst. Das Dashboard zeigt dir auf einen Blick, ob du auf Kurs bist, welche Themen mehr Zeit brauchen und wie sich dein Trend über die Wochen entwickelt.

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Nach der Klausur: Reflexion

Die Arbeit endet nicht mit der Prüfung. Notiere danach, wie viele Stunden du tatsächlich gelernt hast, ob die Zeit ausreichend war und was du nächstes Mal anders machen würdest. Diese Daten sind Gold wert für deine zukünftigen Prüfungen – mit jeder Klausur werden deine Schätzungen präziser.


Schnellreferenz: Lernzeiten auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst alle Richtwerte zusammen. Nutze sie als Ausgangspunkt für deine eigene Planung – dein persönlicher Aufwand kann je nach Vorwissen, Lernstil und Fach abweichen.

PrüfungstypStundenEmpfohlener Zeitraum
Kleine Klausur (3 ECTS)15–25 h1–2 Wochen
Standard-Klausur (6 ECTS)30–50 h2–3 Wochen
Große Klausur (9–12 ECTS)60–100 h4–6 Wochen
Abitur (gesamt)200–400 h4–6 Monate
Staatsexamen Jura1.500–2.000 h12–18 Monate
Physikum400–600 h2–4 Monate

Fazit: Die Antwort auf „Wie lange für eine Klausur lernen?"

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber mit den ECTS-Richtwerten und den Faktoren aus diesem Artikel kannst du eine realistische Schätzung erstellen. Der Schlüssel liegt in drei Prinzipien: Nutze ECTS als Startpunkt, rechne mit 25 bis 30 Stunden pro ECTS-Punkt Gesamtaufwand, davon 20 bis 30 Prozent reine Prüfungsvorbereitung. Rechne großzügig und plane 30 bis 50 Prozent mehr Zeit ein, als du denkst – der Stoffumfang wird fast immer unterschätzt. Und tracke deine Zeit, denn nur durch ehrliche Zeiterfassung weißt du, wie viel du wirklich lernst und kannst für die nächste Klausur besser planen.

Die beste Investition in deine nächste Klausur: Ehrliche Zeiterfassung bei der aktuellen.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich die Lernzeit für meine Klausur?

Nutze das ECTS-System: 1 ECTS = 25–30 Stunden Gesamtaufwand. Davon sind 20–30 % reine Prüfungsvorbereitung. Bei einer 6-ECTS-Klausur: 150–180 Stunden gesamt, davon 30–50 Stunden Klausurvorbereitung.

Wann sollte ich mit der Klausurvorbereitung anfangen?

Als Faustregel: 3 Wochen für Standard-Klausuren (3–6 ECTS), 4–6 Wochen für große Modulprüfungen (9–12 ECTS). Bei der Staatsexamensvorbereitung sind 12–18 Monate einzuplanen.

Wie viel Zeit brauche ich für Staatsexamen (Jura/Medizin)?

Jura: 1.500–2.000 Stunden über 12–18 Monate. Medizin Physikum: 400–600 Stunden über 2–4 Monate. Das 2. Staatsexamen Medizin erfordert 600–1.000 Stunden über 3–6 Monate.

Warum unterschätze ich immer meinen Lernaufwand?

Studierende überschätzen ihre Lernzeit um 30–40 % und unterschätzen den Stoffumfang systematisch. Lösung: Rechne bei jeder Schätzung 30–50 % mehr Zeit drauf. Und tracke ehrlich, um realistische Daten für zukünftige Klausuren zu haben.

Ist Bulimie-Lernen kurz vor der Klausur effektiv?

Nein. Massed Practice (Pauken kurz vor der Prüfung) ist nachweislich weniger effektiv als verteiltes Lernen. 3 Stunden über 4 Tage schlagen 12 Stunden am Stück – jedes Mal. Der Spacing-Effekt ist wissenschaftlich belegt.

Über den Autor

Lukas von Hohnhorst

Lukas von Hohnhorst

Gründer von Athenify

Seit meinem 3. Semester tracke ich jede Lerneinheit – damals noch in Excel. Dank dieser Daten schrieb ich meine Master-Thesis vom Maidan in Kiew, aus dem Starbucks in Bukarest und einem Airbnb in Warschau.

In meiner Thesis brachte ich mir das Programmieren bei. Daraus entstand Athenify: 2020 gelauncht, seitdem kontinuierlich weiterentwickelt – heute mit über 30.000 Nutzern in 60+ Ländern. Außerdem habe ich das Buch "The HabitSystem" über Gewohnheiten geschrieben.

Dabei fließen 10+ Jahre Tracking-Erfahrung und 5+ Jahre Softwareentwicklung in die Entwicklung von Athenify ein. Als Software Product Owner, ehemaliger Bain-Berater und Mannheim-Absolvent (Top 2 %) weiß ich, was Studierende brauchen – ich war selbst Tutor an der Uni.

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