Das Schweizer Notensystem unterscheidet sich grundlegend vom deutschen und den meisten internationalen Systemen: Die Skala reicht von 1,0 bis 6,0, wobei 6,0 die Bestnote ist -- genau umgekehrt zum deutschen System. Das Verständnis deines Notendurchschnitts und seiner Berechnung ist entscheidend für Master-Bewerbungen, Stipendien, Auszeichnungen und internationale Karrierechancen.
Das Schweizer Notensystem erklärt
Die Schweizer Notenskala reicht von 1,0 (sehr schlecht) bis 6,0 (hervorragend), wobei 4,0 die Bestehensgrenze ist. Noten werden je nach Hochschule in Vierteln oder Halben vergeben. Anders als im deutschen System (1,0 = beste Note) ist hier die höhere Zahl besser.
Im Schweizer System ist 6,0 die Bestnote – genau umgekehrt zum deutschen System, wo 1,0 die beste Note ist. Dieser Unterschied erwischt viele deutschsprachige Studierende auf dem falschen Fuß, besonders bei Bewerbungen und Notenumrechnungen. Prüfe immer, welche Skala gemeint ist, bevor du Noten vergleichst.
| Note | Bewertung |
|---|---|
| 6,0 | Ausgezeichnet |
| 5,5 | Sehr gut |
| 5,0 | Gut |
| 4,5 | Befriedigend |
| 4,0 | Genügend (Bestehensgrenze) |
| Unter 4,0 | Ungenügend |
Die Formel mit ECTS-Gewichtung
Der gewichtete Notendurchschnitt wird nach der gleichen Logik berechnet wie in Deutschland, nur mit umgekehrter Skala. Jede Note wird mit den zugehörigen ECTS-Punkten multipliziert, die Produkte werden aufsummiert und durch die Gesamtzahl der ECTS geteilt.
Formel
Schnitt = Σ(Note × ECTS) ÷ Σ(ECTS)
Beispiel: Note 5,5 in einem 6-ECTS-Modul, Note 5,0 in einem 9-ECTS-Modul und Note 4,75 in einem 3-ECTS-Modul ergibt: (5,5 × 6 + 5,0 × 9 + 4,75 × 3) ÷ 18 = (33 + 45 + 14,25) ÷ 18 = 5,13. Das 9-ECTS-Modul dominiert das Ergebnis. Ein Schweizer Bachelor umfasst typischerweise 180 ECTS, ein Master 90–120 ECTS. Die Masterarbeit allein (meist 30 ECTS) kann deinen Endschnitt erheblich beeinflussen.
Unterschied zum deutschen System
Der wichtigste Unterschied: Im Schweizer System ist 6,0 die Bestnote, im deutschen System ist es 1,0. Die Bestehensgrenze liegt in der Schweiz bei 4,0 (= deutsche Note 3,0 nach Umrechnungsformel), in Deutschland bei 4,0 auf der eigenen Skala. Die Notenabstufung ist ebenfalls feiner: Schweizer Unis vergeben Viertelnoten (4,25 / 4,5 / 4,75 …), deutsche Unis typischerweise Drittelnoten (1,0 / 1,3 / 1,7 …). Ein weiterer Unterschied betrifft die Notenkultur: An ETH und EPFL gelten Durchfallquoten von 40–50 % in Basisprüfungen als normal, was bedeutet, dass bereits ein Schnitt von 4,5 eine solide Leistung darstellt. An deutschen Unis sind Durchfallquoten in der Regel niedriger, und ein Schnitt von 2,5 (deutsches System) wird als durchschnittlich angesehen.
An ETH und EPFL sind Durchfallquoten von 40–50 % in Basisprüfungen völlig normal – eine 4,5 ist dort bereits eine solide Leistung.
Umrechnung in deutsche Noten und US-GPA
Für die Umrechnung in deutsche Noten gilt die einfache Faustregel:
Umrechnung
Deutsche Note = 7 – Schweizer Note
| Schweizer Note | Deutsche Note | US-GPA |
|---|---|---|
| 6,0 | 1,0 | 4,0 (A) |
| 5,5 | 1,5 | 3,7 (A-) |
| 5,0 | 2,0 | 3,3 (B+) |
| 4,5 | 2,5 | 2,7 (B-) |
| 4,0 | 3,0 | 2,0 (C) |
Für präzisere Umrechnungen nutzen viele Universitäten die modifizierte Bayerische Formel:
Bayerische Formel
DE = 1 + 3 × (Nmax – N) ÷ (Nmax – Nmin)
Dabei ist Nmax = 6,0 und Nmin = 4,0. Für den US-GPA (4,0-Skala): CH 6,0 ≈ GPA 4,0 (A), CH 5,5 ≈ GPA 3,7 (A-), CH 5,0 ≈ GPA 3,3 (B+), CH 4,5 ≈ GPA 2,7 (B-), CH 4,0 ≈ GPA 2,0 (C). Für Bewerbungen an US-Unis empfiehlt sich eine offizielle Evaluation durch WES (World Education Services). Bei Bewerbungen an deutschen Unis (LMU, TUM, Heidelberg) das Schweizer Zeugnis immer im Original beilegen und die Notenskala erklären.
Anforderungen für ETH, HSG, EPFL und weitere Master
Schweizer Hochschulen haben unterschiedliche Anforderungen für Master-Programme. ETH Zürich: Technische Master (Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau) sind sehr kompetitiv -- ein Schnitt von 5,0+ wird empfohlen, der Mindestschnitt für die Zulassung liegt bei 4,5. Für externe Bewerber sind Aufnahmeprüfungen möglich. EPFL: Ähnliche Anforderungen wie die ETH, zusätzlich hohe Erwartungen in Mathematik-Grundlagen. HSG St. Gallen: Die selektivsten Programme (MBF, MiQE/F, MAccFin) erwarten 5,25+ und oft einen GMAT von 650+. Andere HSG-Programme sind weniger selektiv. UZH: Je nach Studiengang 4,5–5,0 als Mindestschnitt. Generell gilt: Frühzeitig bewerben, da viele Programme Rolling Admissions oder frühe Deadlines haben.
Auszeichnungen: cum laude, magna cum laude, summa cum laude
Schweizer Universitäten verleihen akademische Auszeichnungen (Prädikate) basierend auf dem Notendurchschnitt. Die genauen Schwellen variieren je nach Hochschule. An der ETH und EPFL ist summa cum laude extrem selten und wird nur an die besten 1–2 % vergeben.
| Auszeichnung | Mindestschnitt (ca.) | Bedeutung |
|---|---|---|
| Cum laude | 5,0 | Mit Lob |
| Magna cum laude | 5,5 | Mit großem Lob |
| Summa cum laude | 5,75–5,8 | Mit höchstem Lob |
Diese Auszeichnungen sind nicht nur Prestige -- sie können bei Master-Bewerbungen im Ausland, bei Promotionsstellen und bei Arbeitgebern den Unterschied machen. Plane mit diesem Rechner, welche Noten du in verbleibenden Modulen brauchst, um dein gewünschtes Prädikat zu erreichen.
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