Es ist 2 Uhr nachts. Du sitzt vor Kapitel 7 von 12. In 6 Tagen hast du die erste von 4 Klausuren. Dein Kaffee ist kalt. Deine Augen brennen. Und du fragst dich, warum du nicht früher angefangen hast. Die gute Nachricht: Du bist nicht allein. Die bessere Nachricht: Mit dem richtigen System ist die Klausurenphase nicht nur überlebbar – sie kann sogar der Moment sein, in dem du über dich hinauswächst.

Die Klausurenphase gewinnt nicht, wer am meisten lernt – sondern wer am klügsten priorisiert.
Die Klausurenphase ist der Stresstest des Studiums – mehrere Prüfungen in kurzer Zeit, oft ohne echte Erholungspausen. Wer hier ohne System agiert, riskiert Burnout oder schlechte Noten. Aber wer mit klarer Strategie in diese Wochen geht, kann selbst unter Druck exzellente Ergebnisse erzielen. Eine gute Klausurvorbereitung-App kann dabei den entscheidenden Unterschied machen.
Phase 0: Vorbereitung (2 Wochen vorher)
Die Klausurenphase beginnt nicht am ersten Prüfungstag – sie beginnt zwei Wochen vorher, am Schreibtisch, mit einem leeren Blatt Papier. Diese Vorbereitungsphase entscheidet oft mehr über deinen Erfolg als die eigentliche Lernzeit.
Warum? Weil ohne Plan die Panik regiert. Du springst von Fach zu Fach, vergisst wichtige Themen, und merkst drei Tage vor der schwersten Klausur, dass du kaum vorbereitet bist. Mit Plan passiert das nicht.
Schritt 1: Übersicht erstellen
Der erste Schritt ist schmerzhaft, aber notwendig: Schreib alles auf. Alle Klausuren, alle Termine, alle Stoffmengen. Keine Ausnahmen, kein „das mache ich später".
| Klausur | Datum | ECTS | Stoffumfang | Meine Einschätzung |
|---|---|---|---|---|
| Statistik II | 05.02. | 6 | Mittel | Schwierig |
| Makro-Ökonomie | 08.02. | 9 | Groß | Mittel |
| Unternehmensrecht | 12.02. | 6 | Klein | Leicht |
| Marketing | 15.02. | 6 | Mittel | Mittel |
Schritt 2: Lernmaterial sichten
Für jede Klausur solltest du klären:
- Welche Kapitel und Themen werden geprüft?
- Gibt es Altklausuren oder Übungsaufgaben?
- Was ist der Mindestumfang, um zu bestehen?
- Was brauchst du für eine gute Note?
Schritt 3: Zeitbudget berechnen
Wie viele Tage hast du? Wie viele Stunden pro Tag sind realistisch? Rechne konservativ: Bei 14 Tagen bis zur letzten Klausur und 6 Stunden effektiver Lernzeit pro Tag – mit einem Ruhetag pro Woche – kommst du auf 12 Tage mal 6 Stunden, also etwa 72 Stunden Gesamtbudget. Das klingt nach viel, aber verteilt auf 4 Klausuren sind es nur 18 Stunden pro Prüfung.
Die Priorisierungs-Matrix
Hier liegt der strategische Kern der Klausurenphase: Nicht alle Klausuren sind gleich wichtig. Wer das ignoriert und allen Prüfungen gleich viel Zeit widmet, verschwendet seine begrenzte Energie.
Die Priorisierung basiert auf zwei Faktoren, die du gegeneinander abwägen musst.
Faktor 1: ECTS-Punkte
Mehr ECTSEuropean Credit Transfer System bedeutet mehr Einfluss auf deinen Schnitt. Eine 9-ECTS-Klausur wiegt dreimal so schwer wie eine 3-ECTS-Klausur. Das heißt nicht, dass du die kleine Klausur ignorieren sollst – aber bei knapper Zeit ist die Priorität klar.
Faktor 2: Schwierigkeit für dich
Fächer, in denen du schwach bist, brauchen mehr Vorbereitungszeit. Das klingt offensichtlich, aber viele Studierende machen intuitiv das Gegenteil: Sie lernen das, was ihnen leichtfällt, weil es sich produktiver anfühlt. In Wahrheit verschieben sie nur das Problem.
Die Matrix
| Hohe ECTS | Niedrige ECTS | |
|---|---|---|
| Schwierig | Höchste Priorität | Mittlere Priorität |
| Leicht | Mittlere Priorität | Niedrigste Priorität |
Konkrete Zeitverteilung (Beispiel)
Für 72 Stunden Lernbudget und 4 Klausuren:
| Klausur | Priorität | Anteil | Stunden |
|---|---|---|---|
| Makro (9 ECTS, schwer) | Hoch | 35 % | 25 h |
| Statistik (6 ECTS, schwer) | Hoch | 30 % | 22 h |
| Marketing (6 ECTS, mittel) | Mittel | 20 % | 14 h |
| Recht (6 ECTS, leicht) | Niedrig | 15 % | 11 h |
Verteile deine Zeit so, wie du Punkte verteilen würdest: Mehr für das, was mehr bringt.
Tagesstruktur in der Klausurenphase
Der ideale Tag
Der Morgen gehört dem schwersten Fach. Nach dem Frühstück um 7 Uhr startest du um 8 Uhr mit dem ersten Lernblock – zwei Stunden am Stück, volle Konzentration auf das Fach, das dir am meisten abverlangt. Dein Gehirn ist morgens am leistungsfähigsten, nutze das.
Nach einer halben Stunde Pause – am besten mit Bewegung – folgt der zweite Block bis 12:30 Uhr. Dann Mittagessen und echte Erholung, keine Karteikarten beim Essen. Der Nachmittag bringt zwei weitere Blöcke: erst ein anderes Fach, dann Wiederholung des Vortags. Um 18:30 Uhr ist Feierabend – wirklich. Dein Gehirn braucht die Abendstunden zur Verarbeitung, nicht zum Pauken.
Rotation zwischen Fächern
Lerne nicht tagelang nur ein Fach. Rotation nutzt den Spacing-Effekt – verteiltes Lernen ist nachweislich effektiver als Marathonsitzungen zu einem Thema. Besonders effektiv ist dabei die Spaced-Repetition-Methode mit Karteikarten, die das Vergessen systematisch bekämpft. Gleichzeitig hält Abwechslung dich wach und verhindert die Ermüdung, die sich nach Stunden im gleichen Stoff einstellt. Und nicht zuletzt bleiben alle Fächer parallel präsent, statt dass du drei Tage vor der zweiten Klausur merkst, dass du alles aus Fach eins wieder vergessen hast.
Nachmittags: Makro (Nebenfach)
Abends: Wiederholung des Vortags (Marketing)
Die letzten 3 Tage vor einer Klausur
Drei Tage vor der Prüfung wechselst du in den Endspurt-Modus:
- Tag −3: Letzte Chance für schwache Themen – jetzt oder nie
- Tag −2: Altklausuren unter realistischem Zeitdruck lösen
- Tag −1: Nur wiederholen, was du bereits verstanden hast – kein neuer Stoff
- Prüfungstag: Morgens leichte Wiederholung, dann früh aufhören – dein Gehirn braucht Ruhe
Nachtschichten: Die harte Wahrheit
Es ist 3 Uhr morgens, die Klausur ist in 8 Stunden, und du hast noch zwei Kapitel vor dir. Die Versuchung ist groß, durchzuziehen. Alle machen das. Und du kannst ja nach der Prüfung schlafen.
Die Wahrheit ist: Diese Entscheidung wird dich Punkte kosten. Nicht vielleicht – garantiert.
Was eine schlaflose Nacht anrichtet
Die Forschung ist hier unerbittlich klar. Eine Nacht ohne Schlaf richtet Schaden an:
- Kognitive Leistung sinkt um etwa 25 %
- Gedächtniskonsolidierung – der Transfer ins Langzeitgedächtnis – findet im Schlaf statt und fällt ohne ihn aus
- Konzentration und Fehlerrate leiden massiv
- Emotionale Stabilität sinkt – fatal bei Prüfungsangst
Schlaf und Gedächtnis
Das ist keine Esoterik, sondern Neurobiologie: Im Tiefschlaf werden die Erlebnisse und Informationen des Tages sortiert, konsolidiert und ins Langzeitgedächtnis übertragen. Wer nicht schläft, unterbricht diesen Prozess. Im schlimmsten Fall hast du die Nacht mit Lernen verbracht, das dein Gehirn nie richtig abspeichern wird. Du hast buchstäblich umsonst gelernt.
There is no major system of the brain and no major organ of the body that is not affected by sleep deprivation.
— Matthew Walker, Why We Sleep
Eine Stunde weniger Schlaf kostet dich mehr, als eine Stunde mehr Lernen bringt.
Minimum-Schlaf in der Klausurenphase
Sieben Stunden sind ideal – damit funktioniert dein Gehirn auf vollem Niveau. Sechs Stunden sind für kurze Zeit akzeptabel, wenn es wirklich nicht anders geht. Alles unter sechs Stunden ist kontraproduktiv: Du lernst zwar länger, behältst aber weniger und machst mehr Fehler in der Prüfung.
Ernährung und Bewegung
Kurz und praktisch – ohne Ernährungswissenschaft-Vorlesung.
Ernährung
| ✅ Ja | ❌ Nein |
|---|---|
| Regelmäßige Mahlzeiten (Blutzucker stabil) | Zu viel Kaffee (ab 14 Uhr vermeiden) |
| Wasser (dehydriert = unkonzentriert) | Zuckerhaltiges (Energie-Crash) |
| Proteine und komplexe Kohlenhydrate | Große Mahlzeiten (Suppenkoma) |
Bewegung
Auch 15 Minuten machen einen Unterschied. Geh in jeder Pause kurz an die frische Luft, nimm die Treppe statt den Aufzug, mach fünf Minuten Stretching zwischen den Lernblöcken. Es geht nicht um Sport – es geht darum, die Durchblutung im Gehirn zu fördern und Stresshormone abzubauen. Dein Körper ist nicht nur ein Transportmittel für deinen Kopf.
Mehrere Klausuren an einem Tag
Das Worst-Case-Szenario: Zwei Prüfungen am selben Tag.
Strategie
Bereite beide Klausuren gleichmäßig vor – die Versuchung ist groß, eine auf Kosten der anderen zu vernachlässigen, aber das rächt sich. Plane mindestens 30 Minuten Puffer zwischen den Prüfungen ein, um durchzuatmen und einen kurzen Snack zu essen. Und das Wichtigste: Denk zwischen den Klausuren nicht über die erste nach. Es ist vorbei, du kannst nichts mehr ändern, und jeder Gedanke daran kostet mentale Energie für die zweite Prüfung.
Notfall-Modus: Wenn die Zeit nicht reicht
Du hast zu spät angefangen. Zwei Tage bis zur Klausur, 70 % des Stoffs noch unbekannt. Was tun?
Triage-Strategie
So gehst du im Notfall-Modus vor:
- Altklausuren analysieren – Was kommt garantiert dran? Diese Themen haben absolute Priorität
- 80/20-Regel anwenden – Welche 20 % des Stoffs bringen 80 % der Punkte? Lerne das perfekt
- Ziele anpassen – Bestehen ist manchmal das realistische Ziel: Eine 4,0 ist besser als ein Fehlversuch
Die ehrliche Entscheidung
Wenn du vier Klausuren hast und für vier nicht die Zeit reicht, dann bereite drei ordentlich vor und schiebe die vierte auf den Zweittermin. Das fühlt sich nach Niederlage an, ist aber strategisch klug.
Lieber eine Klausur bewusst schieben als alle vier schlecht schreiben.
Wie Athenify in der Klausurenphase hilft
Athenify ist in der Klausurenphase besonders wertvoll, weil jede Stunde zählt.
Der Aktienkurs als Fortschrittsanzeige
Der Aktienkurs zeigt dir auf einen Blick, ob du auf Kurs bist – steigt er, läuft es gut; fällt er, hast du Nachholbedarf. In einer Phase, in der du den Überblick leicht verlierst, ist diese sofortige Rückmeldung Gold wert.
Fächer-Tracking
Erstelle für jede Klausur eine eigene Kategorie. Das Dashboard zeigt dir dann, wie viele Stunden du pro Fach investiert hast – und ob diese Verteilung deinem Plan entspricht. Wenn Statistik 30 % deiner Zeit bekommen sollte, aber nur 15 % bekommt, siehst du das sofort.
Tägliche Ziele und Streaks
Setze für jeden Tag ein konkretes Stundenziel. Die Zielerreichungs-Anzeige hält dich accountable – du siehst am Ende des Tages schwarz auf weiß, ob du geliefert hast. Und auch in der Klausurenphase gilt: Streaks helfen, die Konsistenz zu halten. Jeden Tag lernen, auch wenn es nur 30 Minuten sind, ist besser als Marathontage mit Pausen dazwischen.
Teste Athenify kostenlos!
Tracke jede Klausur separat, sieh deine Zeitverteilung auf einen Blick und behalte mit dem Aktienkurs den Überblick – auch wenn es stressig wird.
Keine Kreditkarte erforderlich.

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Die Woche nach der letzten Klausur
Du hast es geschafft. Alle Klausuren geschrieben. Was jetzt?
Erholung planen
Am ersten Tag nach der letzten Klausur: nichts tun. Wirklich nichts. Kein „nur kurz die Ergebnisse checken", kein Grübeln über Fehler. In der ersten Woche holst du nach, was du vernachlässigt hast – Freunde treffen, Sport, Schlaf aufholen. Das ist keine Faulheit, das ist notwendige Regeneration nach 2–4 Wochen Intensivbelastung.
Reflexion (nach der Erholung)
Erst nach ein bis zwei Wochen lohnt sich der Rückblick: Was hat funktioniert? Was würdest du anders machen? Und vor allem: Wie kannst du nächstes Semester früher anfangen, damit die Klausurenphase nicht wieder zur Panikphase wird? Wenn dich Prüfungsangst belastet hat, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Strategien dagegen zu entwickeln.
Fazit: Überleben und Gedeihen
Die Klausurenphase ist intensiv, aber machbar – mit der richtigen Strategie. Beginne zwei Wochen vorher mit der Planung: Überblick verschaffen, Prioritäten setzen, Zeitbudget berechnen. Priorisiere nach ECTS multipliziert mit Schwierigkeit, nicht nach Vorliebe. Halte dich an 6–8 Stunden effektive Lernzeit pro Tag – mehr ist kontraproduktiv. Rotiere zwischen Fächern, um den Spacing-Effekt zu nutzen. Schlaf geht vor Lernen, immer. Und hab einen Notfall-Plan für den Fall, dass die Zeit nicht reicht. Die Prinzipien aus dem Zeitmanagement im Abitur gelten hier genauso.
Die Klausurenphase ist ein Sprint innerhalb eines Marathons. Gib alles – aber verbrenne dich nicht.
Die nächste Klausurenphase kommt bestimmt. Aber mit dem richtigen System wirst du ihr nicht mehr mit Angst begegnen – sondern mit einem Plan.


