Dein Herz rast. Deine Hände zittern. Die Buchstaben auf dem Aufgabenblatt verschwimmen vor deinen Augen. Du weißt, dass du den Stoff gelernt hast – aber plötzlich ist alles weg.
Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du nicht allein. Prüfungsangst gehört zu den häufigsten psychologischen Problemen im Studium – und ist gleichzeitig eines der am besten erforschten. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Strategien lässt sie sich überwinden.

Prüfungsangst ist keine Charakterschwäche. Sie ist eine normale Reaktion deines Nervensystems – und sie ist behandelbar.
Was ist Prüfungsangst?
Prüfungsangst ist eine spezifische Form der Leistungsangst, die vor, während oder nach Prüfungssituationen auftritt. Sie geht über normale Nervosität hinaus und kann die Leistung erheblich beeinträchtigen.
Die drei Ebenen der Prüfungsangst
Prüfungsangst zeigt sich auf drei Ebenen gleichzeitig:
1. Kognitiv (Gedanken):
- „Ich werde versagen.
- „Alle werden sehen, dass ich nichts kann.
- „Wenn ich durchfalle, ist mein Leben ruiniert.
- Blackouts – das Gefühl, plötzlich alles vergessen zu haben
2. Körperlich (Symptome):
- Herzrasen, Schwitzen, Zittern
- Übelkeit, Magenschmerzen
- Schwindel, Atemnot
- Schlafstörungen vor der Prüfung
3. Emotional (Gefühle):
- Panik und Hilflosigkeit
- Scham und Selbstzweifel
- Reizbarkeit und Frustration
- Depression bei chronischer Prüfungsangst
Die Wissenschaft hinter der Prüfungsangst
Um Prüfungsangst zu überwinden, hilft es zu verstehen, was in deinem Körper passiert.
Die Amygdala: Dein Alarmsystem
Die Amygdala ist ein mandelförmiger Bereich im Gehirn, der für die Verarbeitung von Bedrohungen zuständig ist. Bei Prüfungsangst interpretiert sie die Prüfungssituation als Gefahr – und löst die klassische „Kampf-oder-Flucht"-Reaktion aus.
Das Problem: Diese Reaktion, die bei einem Säbelzahntiger sinnvoll wäre, ist bei einer Statistikklausur kontraproduktiv. Dein Körper pumpt Adrenalin und Cortisol aus, während du eigentlich ruhig nachdenken solltest.
Die Yerkes-Dodson-Kurve
Die Yerkes-Dodson-Kurve zeigt den Zusammenhang zwischen Erregung und Leistung:
- Zu wenig Aktivierung: Du bist gelangweilt, unmotiviert – schlechte Leistung
- Optimale Aktivierung: Du bist wach, fokussiert, leistungsfähig
- Zu viel Aktivierung: Du bist panisch, blockiert – schlechte Leistung
Ein bisschen Nervosität ist gut. Sie macht dich wach und fokussiert. Das Ziel ist nicht, völlig entspannt zu sein – sondern im optimalen Bereich zu bleiben.
Prüfungsangst bedeutet, dass du über den optimalen Punkt hinausgeschossen bist. Die Strategien in diesem Artikel helfen dir, wieder in den grünen Bereich zu kommen.
Angst vs. Aufregung: Die Macht des Reframings
Hier ist eine erstaunliche Erkenntnis aus der Forschung: Angst und Aufregung fühlen sich körperlich fast identisch an – Herzrasen, erhöhte Energie, Anspannung. Der Unterschied liegt in der Interpretation.
Die Harvard-Studie zum Reframing
Forscherin Alison Wood Brooks fand heraus: Menschen, die vor einer stressigen Aufgabe „Ich bin aufgeregt" statt „Ich bin nervös" sagten, schnitten besser ab. Obwohl sie dieselben körperlichen Symptome hatten.
Warum funktioniert das?
- Angst ist eine negative Emotion, die uns hemmt
- Aufregung ist eine positive Emotion, die uns antreibt
- Beide haben ähnliche körperliche Symptome
- Die Umdeutung ist einfacher als der Versuch, sich zu beruhigen
7 evidenzbasierte Strategien gegen Prüfungsangst
1. Die 4-7-8-Atemtechnik
Diese Technik aktiviert den Parasympathikus – den Teil deines Nervensystems, der für Entspannung zuständig ist.
So geht's:
- Atme 4 Sekunden lang ein
- Halte den Atem 7 Sekunden
- Atme 8 Sekunden lang aus
- Wiederhole 3–4 Mal
Die Harvard Medical School bestätigt: Kontrolliertes Atmen reduziert nachweislich die Stressreaktion.
2. Progressive Muskelentspannung
Bei der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson spannst du bewusst Muskelgruppen an und entspannst sie dann. Das hilft, körperliche Anspannung zu lösen.
Kurzversion für vor der Prüfung:
- Balle beide Fäuste fest zusammen (5 Sekunden)
- Lass los und spüre die Entspannung (10 Sekunden)
- Ziehe die Schultern hoch zu den Ohren (5 Sekunden)
- Lass los (10 Sekunden)
- Presse die Füße fest auf den Boden (5 Sekunden)
- Lass los (10 Sekunden)
3. Kognitive Umstrukturierung
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVTKognitive Verhaltenstherapie) ist die am besten erforschte Therapieform gegen Prüfungsangst. Der Kerngedanke: Nicht die Situation macht Angst, sondern unsere Gedanken darüber.
Schritt-für-Schritt:
- Identifiziere den negativen Gedanken:
„Wenn ich durchfalle, ist alles vorbei. - Hinterfrage ihn:
Ist das wirklich wahr? Was ist das Schlimmste, was passieren kann? - Formuliere einen realistischen Gedanken:
„Wenn ich durchfalle, kann ich die Prüfung wiederholen. Das ist ärgerlich, aber nicht das Ende der Welt.
• Schwarz-Weiß-Denken: „Entweder ich schreibe eine 1,0 oder ich bin ein Versager."
• Gedankenlesen: „Alle werden denken, ich bin dumm.
4. Prüfungssimulation (Desensibilisierung)
Je öfter du eine angstauslösende Situation übst, desto weniger Angst macht sie. Das nennt sich systematische Desensibilisierung.
Praktische Umsetzung:
- Löse Altklausuren unter realistischen Bedingungen
- Setze dir einen Timer
- Arbeite am gleichen Ort wie später in der Prüfung (falls möglich)
- Simuliere auch den Weg zur Prüfung
Prüfungsangst entsteht oft aus Unbekanntem. Je vertrauter die Situation, desto geringer die Angst.
5. Positive Selbstgespräche
Was du dir selbst sagst, beeinflusst deine Leistung. Forschung zeigt: Positive Selbstgespräche verbessern die Performance unter Stress.
Beispiele:
- „Ich habe mich gut vorbereitet.
- „Ich kann das schaffen.
- „Auch wenn ich nicht alles weiß, weiß ich genug.
- „Eine Prüfung definiert nicht meinen Wert.
6. Zeiterfassung für Kontrollgefühl
Ein Haupttreiber von Prüfungsangst ist das Gefühl von Kontrollverlust: „Ich weiß nicht, ob ich genug gelernt habe.
Zeiterfassung mit Athenify gibt dir objektive Daten:
- Du siehst schwarz auf weiß, wie viele Stunden du investiert hast
- Du erkennst, welche Themen mehr Aufmerksamkeit brauchen
- Du hast Beweise für deine Vorbereitung – keine vagen Gefühle
Diese Kontrolle reduziert Angst. Du weißt: „Ich habe 45 Stunden in dieses Modul investiert. Das ist mehr als empfohlen. Ich bin vorbereitet.
7. Die Worst-Case-Analyse
Paradoxerweise hilft es manchmal, das Worst-Case-Szenario durchzudenken – nicht um Panik zu schüren, sondern um zu erkennen, dass es überlebbar wäre.
Frage dich:
- Was ist das Schlimmste, das passieren kann? (z. B. Durchfallen)
- Wie wahrscheinlich ist das wirklich?
- Wenn es passiert – was dann? (z. B. Wiederholungsprüfung)
- Ist das wirklich so schlimm?
Oft entdeckst du: Selbst das Worst-Case-Szenario ist kein Weltuntergang. Das nimmt der Angst ihre Macht.
Soforthilfe: Was tun bei Blackout?
Du sitzt in der Prüfung, liest die erste Frage – und plötzlich ist dein Kopf leer. Was jetzt?
5-Schritte-Notfallplan:
- Stopp! Lege den Stift ab. Schau nicht auf die Aufgaben.
- Atme. 3 tiefe Atemzüge. 4 Sekunden ein, 8 Sekunden aus.
- Erden. Spüre deine Füße auf dem Boden. Nimm den Stuhl unter dir wahr. Das bringt dich ins Hier und Jetzt.
- Starte einfach. Überspringe die blockierende Aufgabe. Suche die einfachste Frage und beginne dort.
- Vertraue. Wenn du anfängst zu schreiben, löst sich die Blockade oft von selbst.
Ein Blackout fühlt sich endgültig an, ist es aber nicht. Meistens dauert er nur 1–2 Minuten – dann kommt das Wissen zurück.
Wie Athenify bei Prüfungsangst hilft
Athenify ist kein Ersatz für Therapie, aber ein mächtiges Werkzeug, um Kontrollgefühl aufzubauen.
1. Objektive Daten statt vager Ängste
Statt „Ich weiß nicht, ob ich genug gelernt habe" siehst du: „Ich habe diese Woche 18 Stunden in Statistik investiert. Das entspricht meinem Plan.
2. Streaks gegen Vermeidung
Prüfungsangst führt oft zu Vermeidung – du schiebst das Lernen auf, weil es unangenehme Gefühle auslöst. Streaks helfen dir, trotzdem dranzubleiben. Das Gefühl, eine 30-Tage-Serie zu haben, gibt Selbstvertrauen.
3. Der Aktienkurs als Fortschrittsanzeige
Der Aktienkurs zeigt dir auf einen Blick: Bist du auf Kurs? Wenn er steigt, hast du objektive Bestätigung, dass deine Vorbereitung läuft. Das reduziert die Angst, „nicht genug" getan zu haben.
4. Selbstwirksamkeit durch Medaillen
Jede Medaille – Bronze, Silber, Gold – ist ein kleiner Beweis: Du kannst etwas schaffen. Diese Selbstwirksamkeit ist der natürliche Gegenspieler von Prüfungsangst.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Nicht jede Prüfungsangst lässt sich mit Selbsthilfe-Strategien lösen. Suche professionelle Unterstützung, wenn:
- Deine Angst dich vom Lernen oder von Prüfungen abhält
- Du körperliche Symptome hast, die deinen Alltag beeinträchtigen
- Du depressive Gedanken oder Hoffnungslosigkeit entwickelst
- Die Angst trotz Übung nicht besser wird
• Hausarzt – kann an Therapeuten überweisen
• Psychotherapeuten – spezialisiert auf Prüfungsangst
Fazit: Prüfungsangst ist überwindbar
Prüfungsangst fühlt sich überwältigend an, aber sie ist kein Schicksal. Mit den richtigen Strategien – Atemtechniken, kognitiver Umstrukturierung, Prüfungssimulation und Zeiterfassung – kannst du sie in den Griff bekommen.
Die wichtigsten Takeaways:
- Verstehe die Angst: Sie ist eine Überreaktion deines Nervensystems, keine Schwäche
- Nutze Reframing: Aufregung und Angst fühlen sich gleich an – du entscheidest, wie du es nennst
- Übe die 4-7-8-Atmung: Schnelle Hilfe bei akuter Angst
- Simuliere Prüfungen: Vertrautheit reduziert Angst
- Tracke deine Lernzeit: Objektive Daten geben Kontrolle und Selbstvertrauen
Du bist mehr als deine Prüfungsergebnisse. Aber mit den richtigen Werkzeugen kannst du auch diese meistern.
Bereit, die Kontrolle zurückzugewinnen? Starte jetzt mit Athenify – 14 Tage kostenlos, keine Kreditkarte erforderlich. Tracke deine Vorbereitung, baue Selbstvertrauen auf und geh mit einem guten Gefühl in die nächste Prüfung.




![Die beste Musik zum Lernen: Ein wissenschaftlicher Guide [Mit Videos]](/_ipx/f_webp&q_80/images/focus-music.png)