Im Jahr 1987 machte ein kämpfender Student namens Francesco Cirillo eine einfache Wette mit sich selbst: Könnte er sich nur 10 Minuten auf sein Studium konzentrieren, ohne sich ablenken zu lassen? Er nahm seinen tomatenförmigen Küchentimer („Pomodoro" auf Italienisch), stellte ihn ein und begann zu arbeiten. Dieses kleine Experiment sollte zu einer der beliebtesten Produktivitätsmethoden der Welt werden.

I discovered that you could learn how to improve your effectiveness and be better able to meet the complexity of life using a simple tool: a kitchen timer.
— Francesco Cirillo, The Pomodoro Technique
Heute hat die Pomodoro-Technik Millionen von Studenten, Entwicklern, Autoren und Berufstätigen geholfen, ihren Fokus im Zeitalter ständiger Ablenkung zurückzugewinnen. Aber es steckt mehr dahinter als „stell einen Timer auf 25 Minuten". In diesem umfassenden Leitfaden lernst du die Wissenschaft dahinter, wie du die Methode für ernsthaftes Lernen anpasst und welche häufigen Fehler die Wirksamkeit untergraben.
Bei der Pomodoro-Technik geht es nicht um Zeitmanagement – es geht darum, deine Aufmerksamkeit in einer Welt zu managen, die darauf ausgelegt ist, sie zu stehlen.
Was ist die Pomodoro-Technik?
Im Kern ist die Pomodoro-Technik elegant einfach: Du wählst eine Aufgabe, stellst einen Timer auf 25 Minuten – das ist ein „Pomodoro" – und arbeitest mit vollem Fokus, bis der Timer klingelt. Dann machst du eine kurze Pause von 5 Minuten. Nach vier solchen Zyklen gönnst du dir eine längere Pause von 15–30 Minuten.
Ein „Pomodoro" ist also eine einzelne 25-minütige Arbeitseinheit. Der Begriff stammt vom italienischen Wort für Tomate – dem Küchentimer, mit dem alles begann. Wenn du deine Produktivität trackst, zählst du abgeschlossene Pomodoros statt Arbeitsstunden. Das gibt dir ein genaueres Bild deiner tatsächlich fokussierten Zeit, denn mal ehrlich: „Ich habe 4 Stunden gelernt" bedeutet oft nur, dass du 4 Stunden am Schreibtisch gesessen hast.
Das ist die Grundlage. Aber was macht diese einfache Technik so effektiv?
Die Wissenschaft hinter der Pomodoro-Technik
Die Pomodoro-Technik ist nicht nur ein Produktivitäts-Hack – sie basiert auf kognitiver Wissenschaft und Psychologie. Hier erfährst du, warum 25-minütige Fokusphasen tatsächlich funktionieren.
1. Passend zur Aufmerksamkeitsspanne deines Gehirns
Forschung zur anhaltenden Aufmerksamkeit zeigt, dass die meisten Menschen nach 20–30 Minuten kontinuierlicher Arbeit einen deutlichen Fokusabfall erleben. Dieses Phänomen, das Vigilanz-Dekrement genannt wird, wurde erstmals in den 1940er Jahren dokumentiert und seitdem in Hunderten von Studien bestätigt. Besonders aufschlussreich ist eine Studie von Ariga & Lleras (2011) in Cognition: Sie zeigte, dass Aufgaben mit anhaltender Aufmerksamkeit eine konstante Leistungsverschlechterung über die Zeit aufweisen – aber kurze Ablenkungen von einer Aufgabe den Fokus dramatisch verbesserten. Die Autoren schlussfolgerten: „Das Deaktivieren und Reaktivieren deiner Ziele ermöglicht es dir, fokussiert zu bleiben."
Der 25-minütige Pomodoro trifft den Sweet Spot: lang genug, um sinnvolle Arbeit zu erledigen, kurz genug, um durchgehend Spitzenfokus zu halten.
2. Der Fresh-Start-Effekt
Jedes Mal, wenn du einen neuen Pomodoro startest, erlebst du das, was Psychologen den Fresh-Start-Effekt nennen – den Motivationsschub, der mit einem Neuanfang einhergeht.
Stell dir vor, du arbeitest 3 Stunden am Stück. Du bekommst genau einen Startpunkt, einen Moment der Motivation. Mit der Pomodoro-Technik bekommst du stattdessen 6–12 solcher „Neustarts". Jeder neue Pomodoro ist eine frische Chance, dein Bestes zu geben – unabhängig davon, wie der letzte gelaufen ist.
Deshalb fühlt sich die Pomodoro-Technik nachhaltiger an. Selbst wenn ein Pomodoro schlecht läuft, ist der nächste eine neue Gelegenheit.
3. Prokrastination durch „Task Chunking" besiegen
Ein Grund, warum wir prokrastinieren: Aufgaben fühlen sich überwältigend an. „Für meine Prüfung lernen" ist einschüchternd. „Einen Pomodoro Physikaufgaben machen" ist machbar. Die bahnbrechende Meta-Analyse von Steel (2007) im Psychological Bulletin bestätigt das: Aufgabenaversivität – also wie unangenehm eine Aufgabe erscheint – ist ein Haupttreiber der Prokrastination. Das Aufteilen der Arbeit in 25-Minuten-Blöcke reduziert diese wahrgenommene Aversivität dramatisch.
Die Pomodoro-Technik verwandelt „Ich muss den ganzen Tag lernen" in „Ich muss 8 Pomodoros machen." Letzteres ist psychologisch leichter zu beginnen – und genau das ist der entscheidende erste Schritt.
Du musst dich nicht motiviert fühlen, um einen Pomodoro zu starten. Du musst nur den Timer stellen. Die Motivation kommt danach.
4. Flow durch geplante Pausen schützen
Moment – unterbrechen Pausen nicht den Flow? Überraschenderweise legt Forschung nahe, dass geplante Pausen den Fokus tatsächlich schützen, anstatt ihn zu stören. Eine Studie von Trougakos et al. (2008) im Academy of Management Journal fand heraus, dass Arbeitnehmer, die regelmäßige Pausen während des Tages machten, über besseres Wohlbefinden und anhaltende Energie berichteten. Der Schlüssel: Die Pausen müssen erholsam sein – nicht E-Mails oder Social Media checken.
Pausen sind keine Unterbrechung deiner Produktivität. Sie sind das, was Produktivität überhaupt erst möglich macht.
Die Pomodoro-Technik zwingt dich, Pausen zu machen, bevor du erschöpft bist. Das verhindert die mentale Ermüdung, die später zu längeren, unproduktiven Einbrüchen führt. Wer keine geplanten Pausen macht, macht ungeplante – nur dann meist viel längere.
5. Der Zeigarnik-Effekt und unvollständige Aufgaben
Hier eine kontraintuitive Erkenntnis: Mitten in einer Aufgabe aufzuhören kann dir tatsächlich helfen, dich besser zu fokussieren.
Der berühmte Zeigarnik-Effekt (1927) zeigte, dass Menschen sich besser an unvollständige Aufgaben erinnern als an abgeschlossene. Wenn du mitten im Pomodoro für eine Pause stoppst, verarbeitet dein Gehirn das Problem unbewusst weiter. Das Gehirn mag keine offenen Schleifen – es arbeitet im Hintergrund daran, sie zu schließen.
Deshalb finden viele Pomodoro-Anwender, dass Lösungen während der Pausen „erscheinen" – ihr Gehirn hat am Problem weitergearbeitet, selbst während der Erholung. Es ist kein Zufall, dass die besten Ideen unter der Dusche kommen.
Das vollständige Pomodoro-Protokoll
Jetzt gehen wir in die praktischen Details der korrekten Umsetzung der Technik.
Standard Pomodoro-Timing
| Phase | Dauer | Zweck |
|---|---|---|
| Pomodoro (Arbeitssession) | 25 Minuten | Tiefe, fokussierte Arbeit an einer einzelnen Aufgabe |
| Kurze Pause | 5 Minuten | Mentaler Reset, kurze Bewegung |
| Lange Pause (nach 4 Pomodoros) | 15–30 Minuten | Vollständige Erholung, Spaziergang, Essen |
Was du während der Pausen tun solltest
Deine Pausenaktivitäten sind wichtig. Das Ziel ist mentale Erholung, nicht mehr Stimulation.
| ✅ Gute Pausenaktivitäten | ❌ Schlechte Pausenaktivitäten |
|---|---|
| Aufstehen und stretchen | Social Media checken |
| Wasser oder einen gesunden Snack holen | Nachrichten oder E-Mails lesen |
| Aus dem Fenster schauen (20-20-20-Regel) | Ein Gespräch beginnen, das lang dauern wird |
| Einen kurzen Spaziergang machen | Aktivitäten, die mentale Anstrengung erfordern |
| Tiefe Atemübungen praktizieren | Bildschirme (gönne deinen Augen eine Pause) |
| Leichte Übungen (10 Hampelmänner, Yoga) |
Umgang mit Unterbrechungen
In einer perfekten Welt hättest du 25 Minuten ununterbrochenen Fokus. In der Realität passieren Unterbrechungen. Hier ist der offizielle Pomodoro-Ansatz.
Bei internen Unterbrechungen – Gedanken und Impulse wie „Mama anrufen" oder „Wetter checken" – notierst du die Ablenkung kurz auf Papier und kehrst sofort zu deiner Aufgabe zurück. Die notierten Punkte erledigst du dann während deiner Pause. So gibst du dem Gedanken Anerkennung, ohne deinen Fokus zu opfern.
Bei externen Unterbrechungen – wenn jemand dich braucht – folgst du einem einfachen Protokoll: Informiere die Person, dass du gerade fokussiert arbeitest. Verhandele, ob es 10 Minuten warten kann. Plane einen konkreten Zeitpunkt („Ich komme zu dir, wenn mein Timer klingelt"). Nur wenn es wirklich dringend ist, annullierst du den Pomodoro und startest später neu.
Die wichtigste Erkenntnis: Ein Pomodoro ist unteilbar. Wenn du länger als ein paar Sekunden unterbrochen wirst, zählt er nicht. Das klingt hart, erzeugt aber genau den gesunden Druck, den du brauchst, um deine Fokuszeit zu schützen.
Die Pomodoro-Technik für Deep Work anpassen
Der klassische 25-Minuten-Pomodoro funktioniert gut für viele Aufgaben. Aber für ernsthaftes Lernen – besonders bei komplexen Themen, die Deep Work erfordern – möchtest du die Technik vielleicht anpassen.
Erweiterte Pomodoros für komplexe Aufgaben
Forschung legt nahe, dass erfahrene Anwender ihre Fokusphasen verlängern können:
| Erfahrungsstufe | Pomodoro-Dauer | Pausendauer |
|---|---|---|
| Anfänger (Woche 1–2) | 25 Min. | 5 Min. |
| Fortgeschritten (Woche 3–6) | 40–50 Min. | 10 Min. |
| Experte (Woche 7+) | 60–90 Min. | 15–20 Min. |
Der Schlüssel ist, schrittweise aufzubauen. 90-Minuten-Sessions vom ersten Tag an zu versuchen, wird wahrscheinlich zu Burnout oder Ablenkung führen.
Fachspezifische Anpassungen
Verschiedene Lernarten können von unterschiedlichen Pomodoro-Längen profitieren:
| Aufgabentyp | Empfohlene Dauer | Warum |
|---|---|---|
| Aktives Abrufen / Karteikarten | 25 Min. | Intensive mentale Anstrengung, Ermüdung kommt schnell |
| Lehrbücher lesen | 30–45 Min. | Braucht Zeit, um Kontext aufzubauen |
| Essays schreiben | 45–50 Min. | Flow-Zustand profitiert von längeren Sessions |
| Aufgabensets (Mathe, Physik) | 50–60 Min. | Komplexe Probleme brauchen ununterbrochene Zeit |
| Programmieren / Coding | 60–90 Min. | Tiefe technische Arbeit erfordert Eintauchen |
Tracke deine Sessions mit einem Tool wie Athenifys Pomodoro-Timer, um herauszufinden, welche Dauer für jedes Fach am besten funktioniert.
Pomodoros tracken: Warum es wichtig ist
Die Pomodoro-Technik einfach zu nutzen ist gut. Deine Pomodoros zu tracken ist besser. Hier erfährst du, warum Daten die Ergebnisse transformieren.
Die Kraft der Messung
Du kannst nicht verbessern, was du nicht misst. Das Tracken von Pomodoros enthüllt die Lücke zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Lernzeit.
Die meisten Studenten überschätzen ihre Lernzeit dramatisch. Du denkst vielleicht, du hast „den ganzen Nachmittag" gelernt, aber getrackte Daten könnten nur 3 tatsächliche Pomodoros fokussierter Arbeit offenbaren – der Rest waren Pausen, Handy-Checks und Task-Switching.
Eine Meta-Analyse von Harkin et al. (2016) mit 138 Studien bestätigt: Das Überwachen des Fortschritts bei Zielen verbessert die Zielerreichung signifikant. Die Effektstärke ist erheblich – und das bedeutet: Wer trackt, schafft mehr.
Was du tracken solltest
Beim Loggen deiner Pomodoros erfasst du mehr als nur die Anzahl:
- Fach oder Thema: Woran hast du gearbeitet?
- Tageszeit: Wann bist du am fokussiertesten?
- Abschluss-Status: Vollständig abgeschlossen oder unterbrochen?
- Fokusqualität (1–10): Echte Produktivität oder nur Anwesenheit?
- Erkenntnisse: Welche Hindernisse gab es, was hast du gelernt?
Mit der Zeit entstehen Muster, die dein Lernen transformieren können: „Ich schaffe morgens 30 % mehr Pomodoros", „Physik braucht immer mehr Pomodoros als ich schätze", „Donnerstage sind mein unproduktivster Tag". Diese Erkenntnisse sind Gold wert.
Tools zum Tracken
Während du mit Stift und Papier tracken kannst, bieten digitale Tools Vorteile. Athenifys Pomodoro-Timer ist ein Vollbild-Fokus-Timer mit automatischem Tracking, Statistiken und Gamification-Elementen wie Streaks und Medaillen. Alternativ kannst du Spreadsheets für manuelles, aber anpassbares Tracking nutzen, oder physische Strichlisten für einen Low-Tech-Ansatz.
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Häufige Pomodoro-Fehler (und wie du sie vermeidest)
Nach der Beobachtung tausender Studenten sind hier die häufigsten Wege, wie Menschen die Technik untergraben:
Fehler 1: In den Pausen aufs Handy schauen
Das Problem: Social Media ist darauf ausgelegt, süchtig zu machen. Ein „5-Minuten-Check" wird zu 15 Minuten, und du verlierst deinen Schwung.
Die Lösung: Leg dein Handy während der Lernsessions in einen anderen Raum. Oder nutze Flugmodus. Deine Pausen sollten wann immer möglich bildschirmfrei sein.
Fehler 2: Die Pausen ignorieren
Das Problem: „Ich bin gerade im Flow, ich überspringe die Pause" klingt produktiv, führt aber zu Ermüdung. Irgendwann wirst du eine längere, ungeplante Pause brauchen.
Die Lösung: Pausen sind Pflicht, nicht optional. Sie machen nachhaltige Produktivität erst möglich. Stell auch einen Pausen-Timer.
Fehler 3: Multitasking während der Pomodoros
Das Problem: An deinem Essay arbeiten und „schnell" eine Nachricht beantworten ist kein echter Pomodoro. Du machst nur oberflächliche Arbeit mit laufendem Timer.
Die Lösung: Eine Aufgabe pro Pomodoro. Schreibe ablenkende Gedanken in ein „Unterbrechungs-Log" und erledige sie später.
Fehler 4: Unrealistische Pomodoro-Schätzungen
Das Problem: Denken „Ich werde dieses Kapitel in 2 Pomodoros schaffen", wenn es tatsächlich 6 braucht. Das führt zu Frustration und aufgegebenen Plänen.
Die Lösung: Tracke eine Woche lang deine Schätzungen vs. tatsächliche Zeiten. Die meisten Menschen unterschätzen um 50–100 %. Passe deine Planung entsprechend an.
Fehler 5: Den Pomodoro für alles nutzen
Das Problem: Nicht alle Arbeit profitiert von starren 25-Minuten-Blöcken. Kreatives Brainstorming, bestimmte Meetings oder Flow-Aktivitäten können unter erzwungenen Unterbrechungen leiden.
Die Lösung: Nutze Pomodoros für fokussierte, definierte Aufgaben. Für offene kreative Arbeit erwäge längere Sessions oder andere Ansätze.
Fehler 6: Die Planungsphase überspringen
Das Problem: Einen Pomodoro zu starten, ohne genau zu wissen, woran du arbeitest, verschwendet die ersten Minuten mit Entscheiden.
Die Lösung: Schreib vor jeder Session genau auf, was du erreichen willst. „Biologie lernen" ist vage. „Übungsaufgaben 1–15 zur Mitose lösen" ist spezifisch.
Die Pomodoro-Technik für verschiedene Lernszenarien
Prüfungsvorbereitung
Bei der Prüfungsvorbereitung glänzt die Pomodoro-Technik.
Für die Wochenstruktur weist du Pomodoro-Ziele pro Fach zu – etwa „8 Pomodoros für Organische Chemie diese Woche". Du trackst die Erfüllung gegen die Ziele und passt Zuweisungen basierend auf Schwierigkeit und anstehenden Prüfungsterminen an.
Für die Tagesstruktur beginnst du mit deinem schwierigsten Fach, wenn die Willenskraft am höchsten ist. Du rotierst Fächer, um Ermüdung zu verhindern – etwa 2 Pomodoros Mathe, 2 Pomodoros Geschichte, wiederholen. Den letzten Pomodoro nutzt du für die Wiederholung des früheren Materials.
Die Pomodoro-Technik fördert natürlich verteiltes Üben – das Verteilen des Lernens über mehrere Sessions statt Bulimie-Lernen. Das ist eine der am besten erforschten Strategien für langfristiges Behalten. Mit einem Lernplaner kannst du deine Pomodoro-Sessions noch besser strukturieren.
Hausarbeiten und Essays schreiben
Schreiben profitiert enorm von Pomodoros. Ein bewährter Ablauf:
- Pomodoro 1–2: Recherche und Notizen sammeln
- Pomodoro 3–4: Struktur skizzieren und Gliederung erstellen
- Pomodoro 5–8: Ersten Entwurf schreiben (ohne Editieren!)
- Pomodoro 9–10: Überarbeiten und editieren
- Pomodoro 11: Finaler Feinschliff und Korrekturlesen
Sprachenlernen
Beim Sprachstudium lohnt es sich, jeden Pomodoro einer spezifischen Fertigkeit zu widmen:
- Vokabelerwerb: Karteikarten und Spaced Repetition
- Grammatikstudium: Lehrbuchübungen und Regelwiederholung
- Hörübungen: Podcasts oder Videos in der Zielsprache
- Sprechübungen: Shadowing oder Konversationspraxis
- Leseübungen: Abgestufte Leser oder Nachrichtenartikel
Rotiere zwischen diesen Fertigkeitstypen, um Engagement aufrechtzuerhalten und ausgewogene Sprachkompetenz zu entwickeln. Die Abwechslung hält nicht nur die Motivation hoch – sie sorgt auch dafür, dass keine Fertigkeit vernachlässigt wird.
Programmieren und technisches Lernen
Programmieren und technische Fächer profitieren oft von erweiterten Pomodoros. Längere Sessions von 50–90 Minuten eignen sich für das Implementieren von Features oder Lösen komplexer Probleme. Standard-Sessions von 25 Minuten passen zum Lesen von Dokumentation oder Erlernen neuer Konzepte. Kurze Sessions von 15 Minuten sind ideal für Code-Review oder Debuggen spezifischer Issues. Der Schlüssel ist, die Session-Länge an die Aufgabenkomplexität anzupassen.
Fortgeschrittene Pomodoro-Strategien
Sobald du die Grundlagen beherrschst, probiere diese fortgeschrittenen Techniken:
1. Die Pomodoro-Pyramide
Strukturiere deinen Tag mit abnehmenden Session-Längen. Am Morgen, wenn deine Energie am höchsten ist, nutzt du 50-minütige erweiterte Pomodoros für die schwierigsten Aufgaben. Mittags wechselst du zu Standard-25-Minuten-Pomodoros. Am Nachmittag, wenn die Energie nachlässt, arbeitest du mit 15-minütigen Mini-Pomodoros für leichtere Aufgaben. Das passt deine Arbeitsintensität an deine natürlichen Energiezyklen an.
2. Partner-Pomodoros
Lerne mit einem Partner, virtuell oder persönlich. Ihr startet und beendet Pomodoros gemeinsam, nutzt Pausen, um kurz Fortschritte zu teilen, und haltet euch gegenseitig für Fokus verantwortlich.
Forschung zur Rechenschaftspflicht zeigt, dass das Teilen von Zielen mit anderen die Abschlussraten dramatisch erhöht. Der soziale Aspekt macht es schwieriger, aufzugeben – und leichter, anzufangen.
3. Thematische Pomodoro-Tage
Weise verschiedenen Fächern verschiedene Tage zu. Montag gehört Mathematik und quantitativen Fächern, Dienstag dem Schreiben und den Geisteswissenschaften, Mittwoch den Naturwissenschaften und Laboren. Donnerstag reservierst du für Wiederholung und Karteikarten-Aufarbeitung, Freitag für herausfordernde Themen, die du vermieden hast. Das reduziert Entscheidungsmüdigkeit und ermöglicht tieferes Eintauchen.
4. Die „Morgen mehr machen"-Regel
Wenn du deine tägliche Pomodoro-Anzahl erhöhen möchtest, füge nur einen pro Woche hinzu. In der ersten Woche startest du mit 4 Pomodoros pro Tag, in Woche 2 steigerst du auf 5, in Woche 3 auf 6 – und so weiter. Schrittweise Steigerungen sind nachhaltig. Dramatische Sprünge führen zu Burnout, und dann bist du wieder bei null.
Heute loslegen
Bereit, deine Lernsessions mit der Pomodoro-Technik zu transformieren? Hier ist dein Aktionsplan.
Woche 1: Grundlagen
In der ersten Woche geht es darum, die Gewohnheit zu etablieren. Wähle deinen Timer – Athenifys Pomodoro-Timer ist für Studenten gebaut, aber jeder Timer funktioniert. Fang klein an mit nur 4 Pomodoros pro Tag und fokussiere auf dein wichtigstes oder am meisten prokrastiniertes Fach. Tracke jeden Pomodoro, einschließlich Unterbrechungen. Das Ziel: Konsistenz aufbauen, nicht Rekorde brechen.
Woche 2: Optimierung
In Woche 2 analysierst du deine Daten aus der Vorwoche. Wann warst du am fokussiertesten? Was verursachte Unterbrechungen? Basierend auf diesen Erkenntnissen experimentierst du mit 30- oder 35-Minuten-Sessions und fügst 1–2 Pomodoros pro Tag hinzu. Jetzt ist auch die Zeit, handyfreie Pausengewohnheiten zu etablieren – denn die Pause entscheidet über die Qualität des nächsten Pomodoros.
Woche 3 und darüber hinaus: Meisterschaft
Ab Woche 3 findest du deinen persönlichen Rhythmus. Bestimme deine optimale Session-Länge für verschiedene Aufgabentypen. Plane deine Pomodoros im Voraus, sodass du genau weißt, woran du arbeitest, bevor du startest. Baue aufeinanderfolgende Lerntage-Ketten mit Athenifys Streak-Feature und führe wöchentliche Überprüfungen durch, um Trends zu analysieren und deinen Ansatz kontinuierlich zu verbessern.
Fazit: Warum die Pomodoro-Technik überdauert
In einer Welt komplexer Produktivitätssysteme, ausgeklügelter Apps und endloser Optimierungs-Hacks hat die Pomodoro-Technik fast 40 Jahre überdauert. Warum?
Weil sie funktioniert.
Die Methode ist nicht trotz ihrer Einfachheit erfolgreich, sondern wegen ihr. Es gibt nichts zu konfigurieren, nichts endlos zu optimieren, kein perfektes Setup zu jagen. Nur ein Timer, deine Aufgabe und fokussierte Aufmerksamkeit.
Die Pomodoro-Technik funktioniert, weil sie sich an die tatsächliche Funktionsweise deines Gehirns anpasst:
- Sie respektiert deine Aufmerksamkeitsgrenzen
- Sie gibt dir regelmäßige Neustarts und frische Motivation
- Sie teilt überwältigende Aufgaben in überschaubare Häppchen
- Sie schützt dich vor dem Burnout von Marathon-Lernsessions
Am wichtigsten: Sie bringt dich zum Anfangen. Der tickende Timer erzeugt gerade genug Dringlichkeit, um die Trägheit der Prokrastination zu überwinden.
Also hier meine Herausforderung an dich:
Hör auf, über Produktivität zu lesen. Starte einen Pomodoro. Stell deinen Timer jetzt auf 25 Minuten, fokussiere dich auf deine wichtigste Aufgabe und beweise dir selbst, dass du das kannst.
Dann mach es morgen wieder. Und übermorgen.
Bald werden diese 25-Minuten-Sessions sich zu Stunden fokussierter Arbeit summieren, bessere Noten bringen und das Selbstvertrauen aufbauen, das kommt, wenn man tatsächlich erreicht, was man sich vorgenommen hat.
Der Tomaten-Timer wartet.





