Kapitel 6B

Verstehe die Bedeutung Deines Umfelds für Dein Leben

Mindset

6B. Verstehe die Bedeutung Deines Umfelds für Dein Leben

Neben Deinem Mindset gibt es mit dem Umfeld noch eine weitere Einflussgröße, die einen erheblichen Einfluss auf Dein Leben hat. Das Umfeld umfasst alle Faktoren – ob physisch, sozial oder digital. Je nachdem, in welchem Umfeld Du Dich aufhältst, können diese Einflüsse positiv oder negativ sein. Tatsache ist: Das Umfeld wirkt auf Dich eine große Kraft aus, der man sich nur schwer entziehen kann.

Stell Dir einen Löwen vor, der Mitten im Atlantik gegen einen Haifisch kämpft: Obgleich der Löwe als König der Tiere gilt, wird er im Wasser keinen Kampf gewinnen. Das physische Umfeld – der Atlantik – limitiert in diesem Fall die Handlungsoptionen des Löwen.

Bedenke: Egal wie stark Dein Mindset auch sein mag – das Umfeld, in dem Du Dich befindest wird Dir immer wieder Grenzen aufzeigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Du Dein Umfeld verstehst und erkennst, wie es Dich beeinflusst. Im nächsten Schritt gilt es dann, ein geeignetes Umfeld zu wählen.

Das soziale Umfeld. Das soziale Umfeld beinhaltet das, was die Soziologin primäre und sekundäre Sozialisation nennen. Dazu gehören Deine Eltern, die Schule und auch Deine Freunde. Es gibt einen Spruch, der besagt, dass man der Durchschnitt der fünf Menschen ist, mit denen du die meiste Zeit verbringt. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber ein Körnchen Wahrheit steckt sicherlich darin.

Stell Dir vor, Du wächst in einer Aristokratenfamilie auf. Allein dieses Umfeld wird Dich – ob Du es willst oder nicht – in erheblichem Maße prägen und beeinflussen. Auch die Schule, die Du besuchst hat einen Einfluss auf Dich. Deshalb besagt Ratschlag (VERWEIS: Studiere an einer renommierten Universität und werde zu einem erstklassigen Student), dass Du an einer renommierten Universität studieren sollst.

Das physische Umfeld. Neben dem sozialen Umfeld spielt auch das physische Umfeld eine große Rolle. Nicht erst seit Marie Kondo und Jordan Peterson wissen wir, wie wichtig unser Zimmer ist. Marie Kondo ist eine japanische Profi-Aufräumerin, die Menschen dabei hilft, ihr Zimmer aufzuräumen. Jordan Peterson, ein kanadischer Psychologe, bietet zwar keine Kurse an – aber auch er rät seinen Studenten und Lesern, dass man sein Zimmer in Ordnung bringen soll, da es unsere Stimmung stark beeinflussen kann.

Ob es wirklich notwendig ist, sein Zimmer stets aufgeräumt zu halten, wissen wir nicht. Aber es steht außer Frage, dass unser direktes physisches Umfeld für uns von großer Bedeutung ist. Jeder der bereits in einem schmutzigen Studentenwohnheim oder einem Hostel der untersten Kategorie gelebt hat, weiß, wovon wir reden.

Aber das physische Umfeld geht noch weit darüber hinaus. Dein Wohnort mit all seinen Orten, die Geografie der Region, Klimazone und Wetter. Wer auf dem Land lebt, kann zum Beispiel nicht so einfach auf eine gut sortierte Bibliothek zugreifen oder an wöchentlichen Salsa-Kursen teilnehmen. Und in der Provinz ist es eher unwahrscheinlich, Menschen aus anderen Kulturkreisen und Ländern kennenzulernen. Dafür wird das Aufwachsen in den Bergen, mitten in der Natur, eine ganz andere Erfahrungen sein, als in einer Millionenstadt groß zu werden.

Das digitale Umfeld. In der modernen Welt hat das digitale Umfeld eine ebenso große Bedeutung wie das physische und das soziale Umfeld. Ob Twitter, YouTube, Instagram oder andere Social-Media-Plattformen, das digitale Umfeld hat einen erheblichen Einfluss auf uns.

Die Algorithmen dieser Plattformen entscheiden, welche Inhalte uns präsentiert werden, und beeinflussen damit unsere Meinungen, Gefühle und Entscheidungen. Sie bestimmen, was wir für wichtig, relevant oder interessant halten. Sie können unsere Wahrnehmung der Realität verzerren und uns in einer Echokammer gefangen halten, in der wir nur noch Meinungen hören, die unseren eigenen ähneln.

Auch die Menschen, mit denen wir uns online umgeben, beeinflussen uns. Die Gemeinschaften, denen wir uns anschließen, die Influencer, denen wir folgen, die Freunde, mit denen wir uns virtuell vernetzen – sie alle prägen unsere digitale Erfahrung und beeinflussen unser Verhalten und unsere Ansichten.

Darüber hinaus bietet das digitale Umfeld auch Möglichkeiten. Es ermöglicht uns den Zugang zu Informationen und Wissen aus der ganzen Welt, ermöglicht uns den Kontakt zu Menschen, die wir sonst nie getroffen hätten, und gibt uns die Möglichkeit, uns selbst auszudrücken und gehört zu werden.

Dennoch birgt das digitale Umfeld auch Risiken. Die ständige Konnektivität kann zu Überforderung und Stress führen. Die Fülle an Informationen kann uns überwältigen und uns das Gefühl geben, immer auf dem Laufenden sein zu müssen. Die Anonymität des Internets kann zu Mobbing und Hass führen. Die ständige Präsenz von perfekt inszenierten Lebensstilen auf Social-Media-Plattformen kann unseren Selbstwert untergraben und unrealistische Erwartungen wecken.

Die Grenzen, die Dir das Umfeld setzt

Das Umfeld – gleich welcher Art es sein mag – setzt Dir (ähnliche wie Dein Mindset) Grenzen. Damit ist gemeint, dass es Deine Handlungsoptionen begrenzt. Dabei gibt es zwei Grenzen: eine harte und eine weiche. Die erste Grenze ist weich; weich deshalb, weil sie keine wirkliche physische Limitierung Deiner Handlungsoptionen verursacht. Die weiche Grenze führt vielmehr zu einem Limited Mindset. Die zweite grenze ist hart. Sie limitiert Deine Möglichkeiten: Limited Opportunities.

Limited Mindset: Die weiche Grenze des Umfelds

Die weiche Grenze des Umfelds manifestiert sich in der Wirkung, die das Umfeld auf Dein Mindset hat. Stell Dir die ganzen

Insbesondere das soziale Umfeld setzt viele weiche Grenzen: Was als sozial adäquat gilt, wird vom Umfeld bestimmt. Bei vielen Entscheidungen fragst Du Dich: Was werden meine Freunde von mir denken? Was passiert, wenn ich scheitere? Wie denkt meine Familie von Dir? All diese Fragen sind wichtig, aber sie sollten Dich nicht in einer Handlung einschränken, die Du intrinsisch für richtig hältst. In vielen Fällen werden sie das aber – denn Dein Mindset wird, oft ganz automatisch, solche Fragen für Dich beantworten.

Limited Opportunities: Die harte Grenze des Umfelds

Tatsächlich gibt es neben der weichen Grenze des Umfelds auch eine echte, harte Grenze. Diese wird meistens von physischen Einflüssen gezeichnet. Aber auch Wirtschaft und Politik bestimmen, welche Harte Grenze Dein Umfeld Dir gibt.

In einem Land mit niedrigen Temperaturen wird es Dir wahrscheinlich schwer fallen, ein Business mit Strandhandtüchern hochzuziehen. Du wirst in einem solchen Land wahrscheinlich auch nicht eine Karriere als Surfer einschlagen (oder Du erfindest das Eis-Surfen). Auch wird es schwierig sein

Zwei Wege, mit dem Umfeld umzugehen

Ob Du es beabsichtigst oder nicht – Deine Umgebung wird mit erheblicher Kraft auf Dich einwirken. Die Frage ist also: Wie kannst Du handeln?

Im Grunde gibt es zwei Ansätze, um mit dem Umfeld umzugehen, und diese können durchaus kombiniert werden. Der erste Ansatz besteht darin, das Umfeld – soweit es möglich ist – zu verändern. Die zweite Möglichkeit besteht darin, das Umfeld zu wechseln.

Du hast mehr Kontrolle über dein Umfeld, als du vielleicht denkst. Zwar gibt es kurzfristig weniger Möglichkeiten zur Veränderung, aber langfristig ergeben sich viele Optionen. Dennoch ist in vielen Fällen Deine Macht über Dein Umfeld begrenzt. In solchen Situationen kann ein Umfeldwechsel der geeignete Weg sein – auch wenn dies oft eine Herausforderung darstellt. Merke: Kurzfristig mag die Macht, die das Umfeld auf Dich ausübt, vernachlässigbar erscheinen. Langfristig jedoch prägt Dich Dein Umfeld stärker, als Dir vielleicht bewusst ist. Nutze das zu Deinem Vorteil: Verändere oder wechsle Dein Umfeld so, dass es Dich bei der Verwirklichung Deiner Ziele und Deinem Wohlbefinden unterstützt. Dann wird Dein Umfeld zu einem der stärksten Verbündeten, die Du Dir vorstellen kannst!

Wie also kannst Du die drei Aspekte Deines Umfelds zu Deinem Vorteil anpassen?

Anpassung des sozialen Umfelds. Deine Eltern und Geschwister kannst Du nicht verändern. Was Du jedoch ändern kannst, sind Deine Freunde und Bekannten. Du entscheidest, wer Teil Deines sozialen Umfelds ist. Wähle weise, mit wem Du viel Zeit verbringst. Genießt Du die Zeit mit ihnen? Inspirieren sie Dich? Sind sie gut für Dich? Bedenke: Es ist schwierig und oft vergeblich, Freunde zu verändern. Menschen können sich nur aus eigenem Antrieb heraus nachhaltig verändern. Du kannst die Auswahl Deiner Freunde ändern, aber nicht einzelne Personen. Manchmal, abhängig davon, welchen Lebensweg Du einschlagen möchtest, kann es sinnvoll sein, sich von bestehenden Freundschaften zu lösen. Freunde loszulassen ist nie leicht, aber manchmal ist es notwendig. Denke nach: Wie viele Deiner Freunde haben Dich bisher Dein ganzes Leben lang begleitet?

Anpassung des physischen Umfelds. Auch das physische Umfeld kannst Du verändern. Beginne bei Deinem Zimmer – siehe dazu (VERWEIS auf Palast). Auch Deine Kleidung ist Teil Deines Umfelds. Sie ist die erste Schicht, die Deinen natürlichen Körper umgibt. Deine Kleidung sagt mehr über Dich aus, als Du vielleicht annimmst. Auch dazu gibt es einen ausführlichen Ratschlag (VERWEIS persönliche Garderobe). Eine einfache Möglichkeit, das physische Umfeld zu verändern, besteht darin, die Umgebung zu wechseln. Der Umzug in eine andere Stadt hat für viele Menschen tiefgreifende Veränderungen bewirkt. Kurzfristig kann ein kurzer Spaziergang eine frische Perspektive bieten – schon bist Du von einer völlig anderen physischen Umgebung umgeben.

Anpassung des digitalen Umfelds. Überlege, welche Macht das digitale Umfeld auf Dich ausübt. Wie sehr beeinflussen die Bilder und Texte der Influencer, denen Du täglich ausgesetzt bist, Dein Denken? Erzeugen sie Unruhe in Dir oder beleben sie Deine Visionen? Welchen Einfluss haben die Videos, die Dir der YouTube-Algorithmus vorschlägt? Es ist sinnvoll, Deine Social-Media-Nutzung konsequent und regelmäßig zu überprüfen. Es gibt kein Allheilmittel dafür, denn Dein Weg ist einzigartig. Aber Du kannst Dich selbst ständig hinterfragen und in Dich hineinhorchen, um herauszufinden, was Dir – insbesondere langfristig – wirklich guttut. Du kannst das digitale Umfeld zwar nicht grundlegend verändern, Du kannst es jedoch so anpassen, dass es positiv auf Dich wirkt.

Verstehe die Bedeutung Deines Umfelds für Dein Leben!

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