Du sitzt nach 8 Stunden Arbeit in der Bib und versuchst, Statistik zu verstehen. Deine Augen fallen zu. Morgen ist wieder Frühschicht.
Willkommen im Leben von Millionen Werkstudenten. Studieren mit Nebenjob ist kein Luxus, sondern für viele Realität – ob aus finanzieller Notwendigkeit, für Berufserfahrung oder beides.

Das Ziel ist nicht, mehr zu arbeiten – sondern die begrenzte Zeit optimal zu nutzen.
Die Realität: Dein Zeitbudget
Bevor wir über Strategien sprechen, lass uns ehrlich rechnen. Eine Woche hat 168 Stunden – und die sind schneller aufgebraucht, als du denkst.
Dein Wochenbudget als Werkstudent:
- Schlaf: 49 Stunden (7h pro Nacht)
- Arbeit: 20 Stunden
- Vorlesungen: 15–20 Stunden
- Pendeln: 5–10 Stunden
- Alltag: 15 Stunden (Essen, Haushalt, Körperpflege)
- Freizeit: 10–15 Stunden (Freunde, Sport, Erholung)
Was bleibt? Etwa 10–20 Stunden pro Woche fürs Selbststudium. Das sind 1,5–3 Stunden pro Tag – je nachdem, wie straff du den Rest organisierst.
Das klingt nach wenig im Vergleich zu Vollzeit-Studierenden. Aber die Rechnung ist komplizierter:
| Vollzeit | Werkstudent (20 h) | |
|---|---|---|
| Wöchentliche Lernzeit | 30–40 h | 10–20 h |
| Flexibilität | Hoch | Gering |
| Finanzielle Sicherheit | Oft gering | Höher |
| Berufserfahrung | Wenig | Viel |
| Stresslevel | Variabel | Tendenziell höher |
Du hast weniger Zeit, aber dafür finanzielle Sicherheit und echte Berufserfahrung. Ein fairer Tausch – wenn du lernst, mit der knappen Zeit umzugehen. Gutes Zeitmanagement im Studium wird für Werkstudenten zur Kernkompetenz.
Rechtliche Grundlagen: Was du wissen musst
Das Werkstudentenprivileg ist der Grund, warum sich Arbeiten neben dem Studium finanziell lohnt. Als Werkstudent zahlst du nur Rentenversicherung, nicht aber Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung – solange zwei Bedingungen erfüllt sind: Du arbeitest maximal 20 Stunden pro Woche, und dein Studium bleibt deine Hauptbeschäftigung.
Wenn du BAföG beziehst, wird es komplizierter. Du darfst bis zu 520 € im Monat verdienen, ohne dass dein BAföG gekürzt wird. Bei 520–670 € gibt es eine teilweise Anrechnung, darüber hinaus wird stärker gekürzt. Aber hier ist der Trick: Entscheidend ist das Jahreseinkommen, nicht der einzelne Monat. Der Freibetrag liegt bei 6.270 € pro Jahr. In den Semesterferien kannst du also mehr arbeiten, solange der Jahresschnitt stimmt.
Mehr Informationen findest du beim BAföG-Rechner.
Strategien, die funktionieren
Lernzeit ist nicht verhandelbar
Der wichtigste Mindset-Shift: Behandle deine Lernblöcke wie Arbeitstermine. Wenn du sagst „Ich lerne, wenn ich Zeit habe", wirst du nie Zeit haben. Irgendetwas kommt immer dazwischen – ein Anruf vom Chef, ein Freund, der spontan vorbeischauen will, die neue Staffel deiner Lieblingsserie.
Trag deine Lernzeiten fest in den Kalender ein. Wenn du montags von 14 bis 18 Uhr arbeitest, dann ist 9 bis 11 Uhr dein Lernblock – unantastbar. An freien Tagen wie Dienstag kannst du zwei Blöcke einplanen: vormittags und nachmittags. Und mindestens ein Tag pro Woche – idealerweise der Sonntag – bleibt komplett frei. Kein Job, kein Lernen, keine Verpflichtungen.
Die Lernblöcke sind nicht verhandelbar. Sie sind genauso wichtig wie dein Job.
Die versteckten Minuten nutzen
Wenn die Zeit knapp ist, zählt jede Minute. Und du hast mehr davon, als du denkst – sie verstecken sich nur:
- Pendeln – Die Fahrt zur Arbeit oder Uni ist perfekt für Karteikarten oder Podcasts zur Vorlesung (20–40 Minuten täglich)
- Mittagspause – 15 Minuten eine Zusammenfassung lesen, während du isst
- Wartezeiten – Beim Arzt, in der Mensa, am Kopierer: schnelle Wiederholung auf dem Handy
- Vor der Arbeit – 30 Minuten früher ins Café in Büronähe: fokussierter Lernblock, bevor der Tag beginnt
Diese Mini-Sessions fühlen sich unbedeutend an, aber sie summieren sich. 30 Minuten am Tag sind 15 Stunden im Monat – fast eine ganze Arbeitswoche, die du nebenbei gewinnst. Noch effektiver werden sie mit der Pomodoro-Technik, die dir hilft, auch in kurzen Zeitfenstern fokussiert zu arbeiten.
Energie managen, nicht nur Zeit
Nicht alle Stunden sind gleich produktiv. Nach 8 Stunden Arbeit bist du nicht mehr so aufnahmefähig wie morgens um 9. Das zu ignorieren ist einer der größten Fehler, den Werkstudenten machen.
Die beste Lernstunde am Morgen bringt mehr als drei müde Stunden am Abend.
Die Konsequenz: Plane anspruchsvolle Aufgaben für deine wachen Stunden. Komplexe Themen und neuer Stoff gehören in den Morgen oder frühen Nachmittag. Übungsaufgaben und Wiederholungen funktionieren auch noch, wenn du schon etwas müde bist. Und abends nach der Arbeit? Da reicht es, Karteikarten durchzugehen oder leichte Wiederholungen zu machen. Versuch nicht, um 21 Uhr nach einem 8-Stunden-Tag noch Statistik zu verstehen – das ist verlorene Zeit.
Nicht alles ist gleich wichtig
Du kannst nicht alle Module gleich intensiv behandeln – und das musst du auch nicht. Mit begrenzter Zeit musst du Prioritäten setzen:
| Hohe Priorität | Niedrige Priorität |
|---|---|
| Module mit mündlicher Prüfung (keine Wiederholung) | Wiederholbare Klausuren |
| Module, die Voraussetzung für andere sind | Module ohne Zugangsvoraussetzung |
| Module mit viel ECTS | Wahlfächer mit wenig ECTS |
Bei den niedrig priorisierten Modulen reicht es oft, gerade so zu bestehen. Das klingt hart, aber es ist die Realität.
Mit dem Arbeitgeber reden
Viele Werkstudenten trauen sich nicht, über ihre Uni-Belastung zu sprechen. Sie haben Angst, als unzuverlässig zu gelten oder den Job zu verlieren. Aber gute Arbeitgeber verstehen, dass du studierst – deshalb haben sie dich als Werkstudent eingestellt, nicht als Vollzeitkraft.
Du wurdest als Werkstudent eingestellt, nicht als Vollzeitkraft. Dein Arbeitgeber weiß das.
Kommuniziere proaktiv: Gib Prüfungstermine frühzeitig bekannt, bitte um Urlaubstage in der Klausurenphase, und setze klare Grenzen – keine Überstunden in Prüfungswochen. Eine einfache Formulierung reicht:
„Ich habe vom 15. bis 28. Februar Klausurenphase. Wäre es möglich, in dieser Zeit auf 10 Stunden zu reduzieren oder Urlaub zu nehmen?"
Die meisten Arbeitgeber reagieren verständnisvoll. Und wenn nicht, ist das ein Warnsignal für die Unternehmenskultur.
Die Klausurenphase: Sonderfall
Die normale Balance zwischen Arbeit und Studium funktioniert in der Klausurenphase nicht mehr. Hier brauchst du einen Plan B – und den solltest du Wochen vorher vorbereiten.
Deine Optionen für die Klausurenphase:
- Urlaubstage aufsparen – Fünf Tage Urlaub bedeuten fünf Tage Vollzeit-Lernen
- Temporäre Stundenreduzierung – Viele Arbeitsverträge erlauben das, aber frag 4–6 Wochen vorher an
- Homeoffice nutzen – Die gesparte Pendelzeit fließt direkt ins Lernen
- Weniger Module belegen – Lieber vier Klausuren bestanden als sechs geschrieben und zwei durchgefallen
Ein Semester länger studieren ist kein Versagen. Es ist eine strategische Entscheidung für nachhaltige Leistung.
Und manchmal ist die beste Lösung, weniger Module zu belegen. Lieber vier Klausuren pro Semester und alle bestanden als sechs Klausuren und zwei durchgefallen. Ja, das verlängert dein Studium. Aber ein Semester mehr ist kein Weltuntergang – es ist eine strategische Entscheidung für nachhaltige Leistung statt kurzfristigem Burnout.
Warnsignale für Überlastung
Werkstudenten sind besonders Burnout-gefährdet. Die Doppelbelastung aus Job und Studium fordert ihren Tribut – manchmal schleichend, manchmal plötzlich. Achte auf diese Warnsignale:
| Körperlich | Psychisch | Verhaltensänderungen |
|---|---|---|
| Dauermüdigkeit trotz Schlaf | Zynismus („Ist doch eh alles egal") | Soziale Isolation |
| Häufige Kopfschmerzen | Konzentrationsprobleme | Vernachlässigung von Hobbys |
| Anfälligkeit für Infekte | Angstzustände vor Aufgaben | Prokrastination als Dauerzustand |
Wie Athenify hilft
Athenify ist für Werkstudenten besonders wertvoll, weil jede Minute zählt. Du glaubst, du lernst 15 Stunden pro Woche? Durch konsequente Lernzeit-Erfassung siehst du, ob das stimmt. Oft ist die Realität ernüchternd – aber nur Daten ermöglichen Veränderung. Du kannst nicht verbessern, was du nicht misst.
Der SmartTimer macht auch Mini-Sessions einfach: Ein Klick, und der Timer läuft. Perfekt für die 15 Minuten in der Mittagspause oder die Fahrt zur Arbeit. Das Dashboard zeigt dir, wie sich deine Zeit auf die verschiedenen Fächer verteilt – so erkennst du sofort, wenn ein Modul zu kurz kommt.
Und die Streak-Funktion hält dich auch an anstrengenden Arbeitstagen im Lernmodus. Schon 20 Minuten am Tag reichen, um deine Serie nicht zu unterbrechen. Das klingt nach wenig, aber Konsistenz schlägt Intensität – jeden Tag ein bisschen ist besser als einmal pro Woche ein Marathon.
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Tracke deine Lernzeit auch in Mini-Sessions, erkenne Lücken in deiner Wochenplanung und behalte den Überblick – trotz Doppelbelastung.
Keine Kreditkarte erforderlich.

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Fazit: Studieren mit Job ist machbar
Studieren mit Nebenjob ist anstrengend – aber machbar. Der Schlüssel liegt nicht darin, mehr zu arbeiten, sondern smarter mit der knappen Zeit umzugehen.
Deine Checkliste für Studium + Job:
- Rechne ehrlich, wie viel Lernzeit dir wirklich bleibt
- Trag Lernblöcke als feste Termine in den Kalender ein
- Nutze die versteckten Minuten – Pendeln, Pausen, vor der Arbeit
- Plane anspruchsvolle Aufgaben für wache Stunden
- Kommuniziere mit deinem Arbeitgeber vor der Klausurenphase
- Kenne deine Grenzen – ein Semester länger ist keine Niederlage
Du studierst nicht trotz deines Jobs – du entwickelst Fähigkeiten, die reine Vollzeit-Studierende nie lernen: Zeitmanagement, Priorisierung, Belastbarkeit.


