Studieren mit Nebenjob: Zeitmanagement für Werkstudenten

So meisterst du Studium und Arbeit, ohne auszubrennen

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Lukas von Hohnhorst
31. Dezember 2025 · 7 Min. Lesezeit

Du sitzt nach 8 Stunden Arbeit in der Bib und versuchst, Statistik zu verstehen. Deine Augen fallen zu. Morgen ist wieder Frühschicht.

Willkommen im Leben von Millionen Werkstudenten. Studieren mit Nebenjob ist kein Luxus, sondern für viele Realität – ob aus finanzieller Notwendigkeit, für Berufserfahrung oder beides.

3D-Stechuhr mit Datumsstempel als Symbol für Zeitmanagement im Werkstudium

Das Ziel ist nicht, mehr zu arbeiten – sondern die begrenzte Zeit optimal zu nutzen.
70 %
der Studierenden in Deutschland arbeiten nebenbei

Die Realität: Dein Zeitbudget berechnen

Bevor wir über Strategien sprechen, lass uns ehrlich rechnen. Eine Woche hat 168 Stunden. Wo gehen sie hin?

Beispielrechnung: Werkstudent mit 20 Stunden

AktivitätStunden/Woche
Schlaf (7 h × 7 Tage)49 h
Arbeit20 h
Vorlesungen/Seminare15–20 h
Pendeln (Arbeit + Uni)5–10 h
Essen, Haushalt, Hygiene15 h
Soziales, Sport, Freizeit10–15 h
Verbleibendes Lernbudget10–20 h

Das sind 1,5–3 Stunden pro Tag für Selbststudium – je nachdem, wie du die anderen Bereiche gestaltest.

⚠️Ehrliche Bestandsaufnahme
Viele Werkstudenten planen mit 4 Stunden Lernen pro Tag – und erreichen es nie. Sei realistisch. Es ist besser, 1,5 Stunden zu planen und zu erreichen, als 4 Stunden zu planen und frustriert aufzugeben.

Vergleich: Vollzeit-Studierende vs. Werkstudenten

VollzeitWerkstudent (20 h)
Wöchentliche Lernzeit30–40 h10–20 h
FlexibilitätHochGering
Finanzielle SicherheitOft geringHöher
BerufserfahrungWenigViel
StresslevelVariabelTendenziell höher

Rechtliche Grundlagen: Was du wissen musst

Das Werkstudentenprivileg

ℹ️Definition
Als Werkstudent zahlst du nur Rentenversicherung, nicht aber Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung – solange du maximal 20 Stunden pro Woche arbeitest und das Studium überwiegt.

Die 20-Stunden-Regel:

  • Während der Vorlesungszeit: max. 20 h/Woche
  • In den Semesterferien: auch mehr möglich
  • Am Wochenende und abends: zählen mit

Wer regelmäßig über 20 Stunden arbeitet, verliert den Status und zahlt volle Sozialabgaben.

BAföG und Nebenjob

Monatliches EinkommenAuswirkung auf BAföG
Bis 520 €Kein Abzug
520–670 €Teilweise Anrechnung
Über 670 €Stärkere Kürzung
💡Tipp
Rechne dein Jahreseinkommen durch, nicht nur den Monat. Der Jahresfreibetrag liegt bei 6.270 €. In Monaten mit Mehrverdienst (z. B. Semesterferien) kannst du über 520 € kommen, solange der Jahresschnitt stimmt.

Mehr Informationen: BAföG-Rechner


5 Strategien für Werkstudenten

1. Fixe Lernblöcke im Kalender

Behandle Lernzeit wie einen Arbeitstermin. Wenn du sagst „Ich lerne, wenn ich Zeit habe", wirst du nie Zeit haben.

Beispiel-Wochenplan:

TagArbeitLernblock
Montag14–18 Uhr9–11 Uhr
Dienstagfrei10–13 Uhr, 15–17 Uhr
Mittwoch8–12 Uhr14–16 Uhr
Donnerstag14–20 Uhr9–11 Uhr
Freitag8–14 Uhr15–17 Uhr
Samstagfrei10–12 Uhr
Sonntagkomplett frei
Die Lernblöcke sind nicht verhandelbar. Sie sind genauso wichtig wie dein Job.

2. Mini-Sessions nutzen

Mit wenig Zeit musst du jeden Moment nutzen. Hier verstecken sich Lernminuten:

  • Pendeln: Karteikarten in der Bahn (20–40 Min./Tag)
  • Mittagspause: 15 Minuten Zusammenfassung lesen
  • Wartezeiten: Podcast zur Vorlesung hören
  • Vor der Arbeit: 30 Minuten in der Nähe des Büros lernen
30 min
täglich in Mini-Sessions können 15 Stunden im Monat werden
💡SmartTimer nutzen
Athenifys SmartTimer merkt sich deine häufigsten Fach-Aktivität-Kombinationen. Perfekt für schnelle Mini-Sessions: Ein Klick, und der Timer läuft.

3. Energiemanagement statt nur Zeitmanagement

Nicht alle Stunden sind gleich. Nach 8 Stunden Arbeit bist du nicht mehr so aufnahmefähig wie morgens.

EnergielevelBeste ZeitAufgaben
🔋 HochMorgensKomplexe Themen, Neues lernen
🔋 MittelNachmittagsÜbungsaufgaben, Wiederholung
🪫 NiedrigAbends nach ArbeitKarteikarten, leichte Wiederholung

4. Semesterpriorisierung

Du kannst nicht alle Module gleich intensiv behandeln. Priorisiere:

🔴 Hohe Priorität🟢 Niedrige Priorität
Module mit mündlicher Prüfung (keine Wiederholung)Wiederholbare Klausuren
Module, die Voraussetzung für andere sindModule ohne Zugangsvoraussetzung
Module mit viel ECTSWahlfächer mit wenig ECTS
⚠️Unpopuläre Wahrheit
Manchmal ist „Bestehen" ein legitimes Ziel. Lieber eine 3,0 und gesund als eine 1,3 und Burnout. Das Studium ist ein Marathon, kein Sprint.

5. Kommunikation mit dem Arbeitgeber

Viele Werkstudenten trauen sich nicht, über ihre Uni-Belastung zu sprechen. Aber gute Arbeitgeber verstehen, dass du studierst.

Kommuniziere proaktiv:

  • Prüfungstermine frühzeitig bekannt geben
  • Um Urlaubstage in der Klausurenphase bitten
  • Klare Grenzen setzen (keine Überstunden in Prüfungswochen)

Muster-Formulierung:

„Ich habe vom 15. bis 28. Februar Klausurenphase. Wäre es möglich, in dieser Zeit auf 10 Stunden zu reduzieren oder Urlaub zu nehmen?


Die Klausurenphase: Sonderfall

Die normale Balance funktioniert in der Klausurenphase nicht mehr. Hier brauchst du einen Plan B.

Option 1: Urlaub nehmen

Spare Urlaubstage gezielt für die Klausurenphase auf. 5 Tage Urlaub = 5 Tage Vollzeit-Lernen.

Option 2: Stunden reduzieren

Viele Arbeitsverträge erlauben temporäre Stundenreduzierung. Frag 4–6 Wochen vorher.

Option 3: Homeoffice intensiv nutzen

Falls möglich, arbeite in der Klausurenphase von zu Hause. Die gesparte Pendelzeit fließt ins Lernen.

Option 4: Module staffeln

Nicht alle Klausuren im selben Semester schreiben. Lieber 4 Module mit 4 Klausuren als 6 Module mit Überlastung.

Ein Semester länger studieren ist kein Versagen. Es ist eine strategische Entscheidung für nachhaltige Leistung.

Warnsignale für Überlastung

Werkstudenten sind besonders Burnout-gefährdet. Achte auf diese Warnsignale:

🏃 Körperlich🧠 Psychisch🔄 Verhaltensänderungen
Dauermüdigkeit trotz SchlafZynismus („Ist doch eh alles egal")Soziale Isolation
Häufige KopfschmerzenKonzentrationsproblemeVernachlässigung von Hobbys
Anfälligkeit für InfekteAngstzustände vor AufgabenProkrastination als Dauerzustand
⚠️Wenn du mehrere Warnsignale erkennst
Sprich mit jemandem: Freunde, Familie, psychologische Beratung der Uni. Burnout ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Signal, dass etwas ändern muss.

Wie Athenify hilft

Athenify ist für Werkstudenten besonders wertvoll, weil Zeit knapp ist.

1. Ehrliche Zeiterfassung

Du glaubst, du lernst 15 Stunden pro Woche? Athenify zeigt dir, ob das stimmt. Oft ist die Realität ernüchternd – aber nur Daten ermöglichen Veränderung.

2. Mini-Sessions zählen

Jede 15-Minuten-Session zählt. Der SmartTimer macht das Starten schnell und einfach – auch in der Mittagspause.

3. Balance visualisieren

Das Dashboard zeigt dir die Verteilung deiner Zeit auf Fächer. So erkennst du, welche Module zu kurz kommen.

4. Streaks trotz engem Zeitplan

Auch 20 Minuten am Tag reichen für eine Streak. Das hält dich auch an anstrengenden Arbeitstagen im Lernmodus.

20 min
täglich reichen für eine Streak – Konsistenz schlägt Intensität

Fazit: Studieren mit Job ist machbar

Studieren mit Nebenjob ist anstrengend – aber machbar. Der Schlüssel liegt nicht darin, mehr zu arbeiten, sondern smarter:

Die wichtigsten Takeaways:

  1. Rechne ehrlich: Wie viel Lernzeit bleibt wirklich?
  2. Fixe Blöcke: Lernzeit ist nicht verhandelbar
  3. Mini-Sessions: Nutze jede freie Minute
  4. Energiemanagement: Schwieriges, wenn du wach bist
  5. Kommuniziere: Dein Arbeitgeber sollte von Prüfungen wissen
  6. Kenne deine Grenzen: Ein Semester mehr ist kein Versagen
Du studierst nicht trotz deines Jobs – du entwickelst Fähigkeiten, die reine Vollzeit-Studierende nie lernen: Zeitmanagement, Priorisierung, Belastbarkeit.

Bereit, deine knappe Zeit optimal zu nutzen? Starte jetzt mit Athenify – 14 Tage kostenlos, keine Kreditkarte erforderlich. Tracke deine Lernzeit, auch in Mini-Sessions, und sieh, wie viel du wirklich schaffst.

Haufig gestellte Fragen

Wie viele Stunden darf ich als Werkstudent arbeiten?

Während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche, um das Werkstudentenprivileg zu behalten. In den Semesterferien darfst du auch Vollzeit arbeiten. Wer über 20 Stunden arbeitet, verliert den günstigen Sozialversicherungsstatus.

Wie viel Zeit bleibt realistisch fürs Lernen?

Bei 20 Stunden Arbeit pro Woche und 20 Stunden Vorlesungen bleiben etwa 10–15 Stunden pro Woche fürs Selbststudium – das sind 1,5–2 Stunden pro Tag. Weniger als bei Vollzeit-Studierenden, aber machbar mit guter Planung.

Was passiert in der Klausurenphase?

Sprich frühzeitig mit deinem Arbeitgeber. Die meisten erlauben Urlaubstage oder reduzierte Stunden während der Prüfungszeit. Spare Urlaubstage gezielt für die Klausurenphase auf.

Verliere ich BAföG, wenn ich arbeite?

Du darfst bis zu 6.270 € pro Jahr (520 € im Monat) verdienen, ohne dass dein BAföG gekürzt wird. Alles darüber wird angerechnet. Bei Werkstudentenjobs ist die Grenze schnell erreicht – rechne nach!

Wie vermeide ich Burnout?

Plane mindestens einen komplett freien Tag pro Woche – weder Arbeit noch Uni. Tracke deine Stunden ehrlich (Athenify zeigt dir Warnsignale). Kommuniziere Grenzen am Arbeitsplatz. Und: Es ist okay, ein Semester länger zu studieren.

Über den Autor

Lukas von Hohnhorst

Lukas von Hohnhorst

Gründer von Athenify

Seit meinem 3. Semester tracke ich jede Lerneinheit – damals noch in Excel. Dank dieser Daten schrieb ich meine Master-Thesis vom Maidan in Kiew, aus dem Starbucks in Bukarest und einem Airbnb in Warschau.

In meiner Thesis brachte ich mir das Programmieren bei. Daraus entstand Athenify: 2020 gelauncht, seitdem kontinuierlich weiterentwickelt – heute mit über 30.000 Nutzern in 60+ Ländern. Außerdem habe ich das Buch "The HabitSystem" über Gewohnheiten geschrieben.

Dabei fließen 10+ Jahre Tracking-Erfahrung und 5+ Jahre Softwareentwicklung in die Entwicklung von Athenify ein. Als Software Product Owner, ehemaliger Bain-Berater und Mannheim-Absolvent (Top 2 %) weiß ich, was Studierende brauchen – ich war selbst Tutor an der Uni.

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