Studieren mit Nebenjob: Zeitmanagement für Werkstudenten

So meisterst du Studium und Arbeit, ohne auszubrennen

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Lukas von Hohnhorst
31. Dezember 2025 · Aktualisiert: 9. Januar 2026 · 8 Min. Lesezeit
TL;DR
Bei 15–20 Stunden Arbeit/Woche bleiben realistisch ~2 Stunden täglich fürs Lernen. Nutze Mini-Sessions (Pendeln, Pausen), fixe Lernblöcke und das Werkstudentenprivileg (max. 20 h in der Vorlesungszeit). In der Klausurenphase: Urlaub nehmen oder Stunden reduzieren. Tracke deine Zeit, um Überlastung früh zu erkennen.

Du sitzt nach 8 Stunden Arbeit in der Bib und versuchst, Statistik zu verstehen. Deine Augen fallen zu. Morgen ist wieder Frühschicht.

Willkommen im Leben von Millionen Werkstudenten. Studieren mit Nebenjob ist kein Luxus, sondern für viele Realität – ob aus finanzieller Notwendigkeit, für Berufserfahrung oder beides.

3D-Stechuhr mit Datumsstempel als Symbol für Zeitmanagement im Werkstudium

Das Ziel ist nicht, mehr zu arbeiten – sondern die begrenzte Zeit optimal zu nutzen.
70 %
der Studierenden in Deutschland arbeiten nebenbei

Die Realität: Dein Zeitbudget

Bevor wir über Strategien sprechen, lass uns ehrlich rechnen. Eine Woche hat 168 Stunden – und die sind schneller aufgebraucht, als du denkst.

168 h
hat eine Woche – und sie sind schneller weg, als du denkst

Dein Wochenbudget als Werkstudent:

  • Schlaf: 49 Stunden (7h pro Nacht)
  • Arbeit: 20 Stunden
  • Vorlesungen: 15–20 Stunden
  • Pendeln: 5–10 Stunden
  • Alltag: 15 Stunden (Essen, Haushalt, Körperpflege)
  • Freizeit: 10–15 Stunden (Freunde, Sport, Erholung)

Was bleibt? Etwa 10–20 Stunden pro Woche fürs Selbststudium. Das sind 1,5–3 Stunden pro Tag – je nachdem, wie straff du den Rest organisierst.

⚠️Ehrliche Bestandsaufnahme
Viele Werkstudenten planen mit 4 Stunden Lernen pro Tag – und erreichen es nie. Sei realistisch. Es ist besser, 1,5 Stunden zu planen und zu erreichen, als 4 Stunden zu planen und frustriert aufzugeben.

Das klingt nach wenig im Vergleich zu Vollzeit-Studierenden. Aber die Rechnung ist komplizierter:

VollzeitWerkstudent (20 h)
Wöchentliche Lernzeit30–40 h10–20 h
FlexibilitätHochGering
Finanzielle SicherheitOft geringHöher
BerufserfahrungWenigViel
StresslevelVariabelTendenziell höher

Du hast weniger Zeit, aber dafür finanzielle Sicherheit und echte Berufserfahrung. Ein fairer Tausch – wenn du lernst, mit der knappen Zeit umzugehen. Gutes Zeitmanagement im Studium wird für Werkstudenten zur Kernkompetenz.


Rechtliche Grundlagen: Was du wissen musst

Das Werkstudentenprivileg ist der Grund, warum sich Arbeiten neben dem Studium finanziell lohnt. Als Werkstudent zahlst du nur Rentenversicherung, nicht aber Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung – solange zwei Bedingungen erfüllt sind: Du arbeitest maximal 20 Stunden pro Woche, und dein Studium bleibt deine Hauptbeschäftigung.

20 h/Woche
ist das Maximum während der Vorlesungszeit
ℹ️Die 20-Stunden-Regel
Während der Vorlesungszeit darfst du maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. In den Semesterferien ist auch mehr möglich. Achtung: Wochenend- und Abendstunden zählen mit. Wer regelmäßig über 20 Stunden kommt, verliert den Status und zahlt volle Sozialabgaben.

Wenn du BAföG beziehst, wird es komplizierter. Du darfst bis zu 520 € im Monat verdienen, ohne dass dein BAföG gekürzt wird. Bei 520–670 € gibt es eine teilweise Anrechnung, darüber hinaus wird stärker gekürzt. Aber hier ist der Trick: Entscheidend ist das Jahreseinkommen, nicht der einzelne Monat. Der Freibetrag liegt bei 6.270 € pro Jahr. In den Semesterferien kannst du also mehr arbeiten, solange der Jahresschnitt stimmt.

6.270 €
Jahresfreibetrag für BAföG-Empfänger

Mehr Informationen findest du beim BAföG-Rechner.


Strategien, die funktionieren

Lernzeit ist nicht verhandelbar

Der wichtigste Mindset-Shift: Behandle deine Lernblöcke wie Arbeitstermine. Wenn du sagst „Ich lerne, wenn ich Zeit habe", wirst du nie Zeit haben. Irgendetwas kommt immer dazwischen – ein Anruf vom Chef, ein Freund, der spontan vorbeischauen will, die neue Staffel deiner Lieblingsserie.

Trag deine Lernzeiten fest in den Kalender ein. Wenn du montags von 14 bis 18 Uhr arbeitest, dann ist 9 bis 11 Uhr dein Lernblock – unantastbar. An freien Tagen wie Dienstag kannst du zwei Blöcke einplanen: vormittags und nachmittags. Und mindestens ein Tag pro Woche – idealerweise der Sonntag – bleibt komplett frei. Kein Job, kein Lernen, keine Verpflichtungen.

Die Lernblöcke sind nicht verhandelbar. Sie sind genauso wichtig wie dein Job.

Die versteckten Minuten nutzen

Wenn die Zeit knapp ist, zählt jede Minute. Und du hast mehr davon, als du denkst – sie verstecken sich nur:

  • Pendeln – Die Fahrt zur Arbeit oder Uni ist perfekt für Karteikarten oder Podcasts zur Vorlesung (20–40 Minuten täglich)
  • Mittagspause – 15 Minuten eine Zusammenfassung lesen, während du isst
  • Wartezeiten – Beim Arzt, in der Mensa, am Kopierer: schnelle Wiederholung auf dem Handy
  • Vor der Arbeit – 30 Minuten früher ins Café in Büronähe: fokussierter Lernblock, bevor der Tag beginnt
30 min
täglich in Mini-Sessions können 15 Stunden im Monat werden

Diese Mini-Sessions fühlen sich unbedeutend an, aber sie summieren sich. 30 Minuten am Tag sind 15 Stunden im Monat – fast eine ganze Arbeitswoche, die du nebenbei gewinnst. Noch effektiver werden sie mit der Pomodoro-Technik, die dir hilft, auch in kurzen Zeitfenstern fokussiert zu arbeiten.

💡SmartTimer nutzen
Athenifys SmartTimer merkt sich deine häufigsten Fach-Aktivität-Kombinationen. Perfekt für schnelle Mini-Sessions: Ein Klick, und der Timer läuft.

Energie managen, nicht nur Zeit

Nicht alle Stunden sind gleich produktiv. Nach 8 Stunden Arbeit bist du nicht mehr so aufnahmefähig wie morgens um 9. Das zu ignorieren ist einer der größten Fehler, den Werkstudenten machen.

Die beste Lernstunde am Morgen bringt mehr als drei müde Stunden am Abend.

Die Konsequenz: Plane anspruchsvolle Aufgaben für deine wachen Stunden. Komplexe Themen und neuer Stoff gehören in den Morgen oder frühen Nachmittag. Übungsaufgaben und Wiederholungen funktionieren auch noch, wenn du schon etwas müde bist. Und abends nach der Arbeit? Da reicht es, Karteikarten durchzugehen oder leichte Wiederholungen zu machen. Versuch nicht, um 21 Uhr nach einem 8-Stunden-Tag noch Statistik zu verstehen – das ist verlorene Zeit.

Nicht alles ist gleich wichtig

Du kannst nicht alle Module gleich intensiv behandeln – und das musst du auch nicht. Mit begrenzter Zeit musst du Prioritäten setzen:

Hohe PrioritätNiedrige Priorität
Module mit mündlicher Prüfung (keine Wiederholung)Wiederholbare Klausuren
Module, die Voraussetzung für andere sindModule ohne Zugangsvoraussetzung
Module mit viel ECTSWahlfächer mit wenig ECTS
⚠️Unpopuläre Wahrheit
Manchmal ist „Bestehen" ein legitimes Ziel. Lieber eine 3,0 und gesund als eine 1,3 und Burnout. Das Studium ist ein Marathon, kein Sprint.

Bei den niedrig priorisierten Modulen reicht es oft, gerade so zu bestehen. Das klingt hart, aber es ist die Realität.

Mit dem Arbeitgeber reden

Viele Werkstudenten trauen sich nicht, über ihre Uni-Belastung zu sprechen. Sie haben Angst, als unzuverlässig zu gelten oder den Job zu verlieren. Aber gute Arbeitgeber verstehen, dass du studierst – deshalb haben sie dich als Werkstudent eingestellt, nicht als Vollzeitkraft.

Du wurdest als Werkstudent eingestellt, nicht als Vollzeitkraft. Dein Arbeitgeber weiß das.

Kommuniziere proaktiv: Gib Prüfungstermine frühzeitig bekannt, bitte um Urlaubstage in der Klausurenphase, und setze klare Grenzen – keine Überstunden in Prüfungswochen. Eine einfache Formulierung reicht:

„Ich habe vom 15. bis 28. Februar Klausurenphase. Wäre es möglich, in dieser Zeit auf 10 Stunden zu reduzieren oder Urlaub zu nehmen?"

Die meisten Arbeitgeber reagieren verständnisvoll. Und wenn nicht, ist das ein Warnsignal für die Unternehmenskultur.


Die Klausurenphase: Sonderfall

Die normale Balance zwischen Arbeit und Studium funktioniert in der Klausurenphase nicht mehr. Hier brauchst du einen Plan B – und den solltest du Wochen vorher vorbereiten.

Deine Optionen für die Klausurenphase:

  1. Urlaubstage aufsparen – Fünf Tage Urlaub bedeuten fünf Tage Vollzeit-Lernen
  2. Temporäre Stundenreduzierung – Viele Arbeitsverträge erlauben das, aber frag 4–6 Wochen vorher an
  3. Homeoffice nutzen – Die gesparte Pendelzeit fließt direkt ins Lernen
  4. Weniger Module belegen – Lieber vier Klausuren bestanden als sechs geschrieben und zwei durchgefallen
Ein Semester länger studieren ist kein Versagen. Es ist eine strategische Entscheidung für nachhaltige Leistung.

Und manchmal ist die beste Lösung, weniger Module zu belegen. Lieber vier Klausuren pro Semester und alle bestanden als sechs Klausuren und zwei durchgefallen. Ja, das verlängert dein Studium. Aber ein Semester mehr ist kein Weltuntergang – es ist eine strategische Entscheidung für nachhaltige Leistung statt kurzfristigem Burnout.


Warnsignale für Überlastung

Werkstudenten sind besonders Burnout-gefährdet. Die Doppelbelastung aus Job und Studium fordert ihren Tribut – manchmal schleichend, manchmal plötzlich. Achte auf diese Warnsignale:

KörperlichPsychischVerhaltensänderungen
Dauermüdigkeit trotz SchlafZynismus („Ist doch eh alles egal")Soziale Isolation
Häufige KopfschmerzenKonzentrationsproblemeVernachlässigung von Hobbys
Anfälligkeit für InfekteAngstzustände vor AufgabenProkrastination als Dauerzustand
⚠️Wenn du mehrere Warnsignale erkennst
Sprich mit jemandem: Freunde, Familie, psychologische Beratung der Uni. Burnout ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Signal, dass etwas ändern muss.

Wie Athenify hilft

Athenify ist für Werkstudenten besonders wertvoll, weil jede Minute zählt. Du glaubst, du lernst 15 Stunden pro Woche? Durch konsequente Lernzeit-Erfassung siehst du, ob das stimmt. Oft ist die Realität ernüchternd – aber nur Daten ermöglichen Veränderung. Du kannst nicht verbessern, was du nicht misst.

Der SmartTimer macht auch Mini-Sessions einfach: Ein Klick, und der Timer läuft. Perfekt für die 15 Minuten in der Mittagspause oder die Fahrt zur Arbeit. Das Dashboard zeigt dir, wie sich deine Zeit auf die verschiedenen Fächer verteilt – so erkennst du sofort, wenn ein Modul zu kurz kommt.

20 min
täglich reichen für eine Streak – Konsistenz schlägt Intensität

Und die Streak-Funktion hält dich auch an anstrengenden Arbeitstagen im Lernmodus. Schon 20 Minuten am Tag reichen, um deine Serie nicht zu unterbrechen. Das klingt nach wenig, aber Konsistenz schlägt Intensität – jeden Tag ein bisschen ist besser als einmal pro Woche ein Marathon.

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Fazit: Studieren mit Job ist machbar

Studieren mit Nebenjob ist anstrengend – aber machbar. Der Schlüssel liegt nicht darin, mehr zu arbeiten, sondern smarter mit der knappen Zeit umzugehen.

Deine Checkliste für Studium + Job:

  1. Rechne ehrlich, wie viel Lernzeit dir wirklich bleibt
  2. Trag Lernblöcke als feste Termine in den Kalender ein
  3. Nutze die versteckten Minuten – Pendeln, Pausen, vor der Arbeit
  4. Plane anspruchsvolle Aufgaben für wache Stunden
  5. Kommuniziere mit deinem Arbeitgeber vor der Klausurenphase
  6. Kenne deine Grenzen – ein Semester länger ist keine Niederlage
Du studierst nicht trotz deines Jobs – du entwickelst Fähigkeiten, die reine Vollzeit-Studierende nie lernen: Zeitmanagement, Priorisierung, Belastbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Stunden darf ich als Werkstudent arbeiten?

Während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche, um das Werkstudentenprivileg zu behalten. In den Semesterferien darfst du auch Vollzeit arbeiten. Wer über 20 Stunden arbeitet, verliert den günstigen Sozialversicherungsstatus.

Wie viel Zeit bleibt realistisch fürs Lernen?

Bei 20 Stunden Arbeit pro Woche und 20 Stunden Vorlesungen bleiben etwa 10–15 Stunden pro Woche fürs Selbststudium – das sind 1,5–2 Stunden pro Tag. Weniger als bei Vollzeit-Studierenden, aber machbar mit guter Planung.

Was passiert in der Klausurenphase?

Sprich frühzeitig mit deinem Arbeitgeber. Die meisten erlauben Urlaubstage oder reduzierte Stunden während der Prüfungszeit. Spare Urlaubstage gezielt für die Klausurenphase auf.

Verliere ich BAföG, wenn ich arbeite?

Du darfst bis zu 6.270 € pro Jahr (520 € im Monat) verdienen, ohne dass dein BAföG gekürzt wird. Alles darüber wird angerechnet. Bei Werkstudentenjobs ist die Grenze schnell erreicht – rechne nach!

Wie vermeide ich Burnout?

Plane mindestens einen komplett freien Tag pro Woche – weder Arbeit noch Uni. Tracke deine Stunden ehrlich (Athenify zeigt dir Warnsignale). Kommuniziere Grenzen am Arbeitsplatz. Und: Es ist okay, ein Semester länger zu studieren.

Über den Autor

Lukas von Hohnhorst

Lukas von Hohnhorst

Gründer von Athenify

Seit meinem 3. Semester tracke ich jede Lerneinheit – damals noch in Excel. Dank dieser Daten schrieb ich meine Master-Thesis vom Maidan in Kiew, aus dem Starbucks in Bukarest und einem Airbnb in Warschau.

In meiner Thesis brachte ich mir das Programmieren bei. Daraus entstand Athenify: 2020 gelauncht, seitdem kontinuierlich weiterentwickelt – heute mit über 35.000 Nutzern in 60+ Ländern. Außerdem habe ich das Buch "The HabitSystem" über Gewohnheiten geschrieben.

Dabei fließen 10+ Jahre Tracking-Erfahrung und 5+ Jahre Softwareentwicklung in die Entwicklung von Athenify ein. Als Software Product Owner, ehemaliger Bain-Berater und Mannheim-Absolvent (Top 2 %) weiß ich, was Studierende brauchen – ich war selbst Tutor an der Uni.

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