Das Lerntagebuch Athenify – Von der Idee über Excel hin zur App (App zum Tracken der Lernzeit)

Die Vermessung des Studiums

Author image
Lukas von Hohnhorst
1. Januar 2020 · Aktualisiert: 9. Januar 2026 · 13 Min. Lesezeit
TL;DR
Das Lerntagebuch entstand 2014 aus dem Wunsch, den Lernprozess transparent zu machen. Es protokolliert jede Lerneinheit systematisch (Fach, Zeit, Inhalt) und nutzt Gamification wie Medaillenspiegel und Aktienkurs zur Motivation. Kerninsight: Mehr Lernen korreliert mit besseren Noten, 5 Stunden Netto-Lernzeit pro Tag sind der Sweet Spot.

Über 2.000 Stunden. So viel Zeit habe ich während meines Studiums akribisch dokumentiert – jede einzelne Lerneinheit, jede Pause, jedes Fach. Was als spontane Idee in der Bibliothek begann, wurde zu einem System, das mir zeigte: Mehr Lernen korreliert tatsächlich mit besseren Noten. Diese Erkenntnis mag trivial klingen, aber die Daten lügen nicht.

3D-Dashboard mit Balkendiagramm für Lernzeit-Tracking und Datenanalyse

In diesem Artikel beschreibe ich, wie aus meiner Idee, meine Lernzeit zu tracken, zuerst eine Excel-Lösung und schließlich eine richtige App wurde. Die verwendete Methodik nenne ich das Lerntagebuch und die daraus entstandene App heißt Athenify. Sowohl das Lerntagebuch als Excel-Version als auch als Numbers-Version kann man kaufen. Für Athenify kannst Du Dich oben rechts anmelden und es kostenlos 14 Tage testen.

2.000+
Lernstunden über das gesamte Studium getrackt

Die Geschichte beginnt mit der Frage, warum man überhaupt ein Lerntagebuch braucht, führt über die technische Umsetzung und das Dashboard-Design bis hin zu den psychologischen Tricks, die wirklich motivieren. Am Ende stehen die harten Insights aus Jahren der Datensammlung – und die Metamorphose von Excel zu einer echten App.

1. Die Idee: Wieso baut man ein Lerntagebuch?

Herbst 2014. Die Klausurenphase im Dezember steht an. Ich sitze in der Bibliothek mit meinem Laptop und lerne für die Finance-Klausur. Irgendwie bin ich mit dem Lernprozess nicht zufrieden: ich weiß nicht, wie viel ich mache, habe keinen Überblick – der Lernprozess ist eine Blackbox.

Ich öffne also den AppStore, in der Hoffnung eine App zu finden, mit der ich meinen Lernprozess verbessern kann. Irgendwo in den Untiefen des Internets hatte ich mal etwas über die Pomodoro-Technik gelesen und in diesem Moment kam mir der Gedanke, diese Technik doch einmal auszuprobieren. Also downloade ich eine Pomodoro-App.

Die Pomodoro-Technik ist eine Zeitmanagement-Methode: Man arbeitet konzentriert – also ohne Ablenkung – 25 Minuten, dann macht man 5 Minuten Pause. Nach vier solcher Einheiten gibt es eine längere Pause von 15 Minuten. Die Idee dahinter: durch die Aufteilung in kurze, hochproduktive Arbeitsblöcke und viele Pausen arbeitet man effektiver und effizienter. Pomodoro ist übrigens italienisch und heißt Tomate. Die Pomodoro-Technik heißt so, weil man früher, bevor es Apps gab (also in der Steinzeit), mit diesen Uhren die Zeit stoppte.

Ich nutze die Pomodoro-App für ein paar Tage und protokolliere damit meinen Lernprozess. Aber die App überzeugt mich nicht. Denn sie bietet nur vorgegebene Funktionen: Ich kann meine Lerneinheiten nicht so aufnotieren, wie ich es mir vorstelle. Die Idee aber, meine Lerneinheiten lückenlos zu dokumentieren, fasziniert mich irgendwie. Ich fange also an, eine Tabelle aufzusetzen. Mein Ziel: meine Lerneinheiten sauber dokumentieren. Was brauche ich dafür? Das Fach, die Start- und Endzeit der Lerneinheit und vielleicht eine Information zum Inhalt der Lerneinheit. Mit diesen drei Informationen gehe ich ins Rennen. Die erste Version des Lerntagebuchs ist geboren!

Die Ur-Version des Lerntagebuchs aus dem Jahr 2014
Abb. 1: Die Ur-Version des Lerntagebuchs aus dem Jahr 2014

Die Grundprämisse des Lerntagebuchs lässt sich wie folgt zusammenfassen:

What gets measured gets managed.

— Peter Drucker

Mehr Lernen ist besser als weniger Lernen – ceteris paribus.

Das klingt auf den ersten Blick wahrscheinlich sehr einfach, denn es schließt Faktoren wie Effizienz nicht mit ein. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass mehr Lernen – ceteris paribus – besser ist als weniger Lernen. Die Optimierung des Lernprozesses als solchem, also durch Lerntechniken, Lernen in Gruppen oder spezielle Mnemotechniken ist auch nicht die Aufgabe des Lerntagebuchs. Das Lerntagebuch sorgt vielmehr für eine Steuerung des Lernprozesses und hilft dabei, mehr zu lernen. Zusammenfassen kann man das Lerntagebuch also wie folgt.

Das Lerntagebuch in einem Satz:

Das Lerntagebuch protokolliert lückenlos und systematisch jede Lerneinheit eines Semesters, schafft dabei Transparenz und Kontrollierbarkeit, und motiviert und steuert so den Lernprozess.

2. Die Umsetzung: Das Lerntagebuch erblickt die Welt

Das Herz des Lerntagebuchs bildet der Datensatz, der eine Lerneinheit erfasst. Okay, das klingt alles sehr technokratisch, aber im Kern ist es einfach nur eine Tabelle. Und die sieht so aus:

Das verbesserte Lerntagebuch mit detaillierten Spalten
Abb. 2: Das verbesserte Lerntagebuch mit detaillierten Spalten

Eine jede Lerneinheit wird – ähnlich einer Datenbank – als Datensatz aufgefasst. Die Struktur ist dabei bewusst einfach gehalten:

  1. Datum – Wann wurde gelernt?
  2. Start- und Endzeit – Die exakte Zeitspanne der Lerneinheit
  3. Pausen – Unterbrechungen oder klassische Pomodoro-Pausen (5 oder 15 Minuten)
  4. Dauer – Die Netto-Lernzeit nach Abzug aller Pausen – der Kern jedes Datensatzes
Die Netto-Lernzeit ist die einzige Währung, die zählt – Brutto-Zeit am Schreibtisch ist Selbstbetrug.

Besonders wichtig ist die Lernart: Was genau wurde in der Lerneinheit gemacht? Ob Folien anschauen, Paper lesen, Übungsblätter rechnen oder Klausuraufgaben bearbeiten – diese Kategorisierung erlaubt später detaillierte Analysen. Das Fach ordnet die Einheit einem Kurs zu, und im Inhalt-Feld notiere ich konkret, was behandelt wurde: „Exercise 2 nochmal bearbeiten" oder „Vorlesung 4 anschauen und wichtige Begriffe notieren".

8
Spalten pro Datensatz für vollständige Transparenz

Im Laufe eines Semesters häufen sich hunderte solcher Datensätze an. Mit den Möglichkeiten einer Tabellenkalkulation (oder, wenn man es auf die Spitze treiben möchte, einer SQL-Datenbank) lassen sich daraus verschiedene Erkenntnisse gewinnen.

Diese Erkenntnisse lassen sich sehr schön mithilfe eines Dashboards visualisieren.

3. Die Evolution: Das Lerntagebuch wird erwachsen und erhält ein Dashboard

Das Dashboard visualisiert alle wichtigen KPIs auf einen Blick
Abb. 3: Das Dashboard visualisiert alle wichtigen KPIs auf einen Blick

Dashboards kennt man als coole, interaktive Anzeige(n) mit vielen bunten Grafiken aus Filmen und Präsentationen von Unternehmensberatungen. Im Herbstwintersemester 2016 habe ich mir gedacht: warum baue ich mir nicht auch ein Dashboard für mein Lerntagebuch?

Lernzeit pro Tag

Lernzeit pro Tag – zeigt, ob gefühlte und objektive Lernzeit übereinstimmen
Abb. 4: Lernzeit pro Tag – zeigt, ob gefühlte und objektive Lernzeit übereinstimmen

Die Lernzeit pro Tag war für mich am Anfang eine der wichtigsten Informationen. Mich hat interessiert, ob sich die objektive Lernzeit mit der gefühlten Lernzeit deckt. Meine Feststellung: das ist nicht immer der Fall. Es gibt Tage, da lernt man sehr viel und es fühlt sich nach wenig an. Und es gibt Tage, da macht man nur drei Stunden, aber es fühlt sich wie fünf Stunden an.

Lernzeit pro Fach

Lernzeit pro Fach – Vergleichbarkeit zwischen den Fächern
Abb. 5: Lernzeit pro Fach – Vergleichbarkeit zwischen den Fächern

Hier sehe ich, in welchem Fach ich wie viel gelernt habe. Dies war neben der Lernzeit pro Tag der wichtigste KPI am Anfang. Denn ich wollte zwischen den Fächern Vergleichbarkeit herstellen. Ich fragte mich nämlich: Korreliert der Lernaufwand mit den ECTS eines Faches, oder hängt es vielmehr mit der Schwierigkeit des Faches oder gar ganz anderen Faktoren zusammen. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass ich für Fächer, die mir von vornherein Spaß machen weniger lerne, als für solche, die ich als weniger interessant empfinde.

Lernzeit nach Art

Lernzeit nach Art – Recherche, Schreiben, Korrigieren
Abb. 6: Lernzeit nach Art – Recherche, Schreiben, Korrigieren

Diese Technik habe ich zum ersten Mal bei meiner Bachelorarbeit eingesetzt. Ich wollte wissen: wie viel Zeit wende ich für Recherche, Paper lesen, Gliederung erstellen, Schreiben und Korrigieren auf. Dasselbe habe ich dann auch für das reguläre Semester eingeführt. Jede Lerneinheit bekommt also eine Lernart zugewiesen, wie oben bereits beschrieben. Im Dashboard ist dann einsehbar, wie viele Stunden ich Folien angeschaut, Paper gelesen, oder Klausuraufgaben gemacht habe.

Gleitender Durchschnitt

Gleitender 7-Tage-Durchschnitt – zeigt den Anstieg zur Klausurenphase
Abb. 7: Gleitender 7-Tage-Durchschnitt – zeigt den Anstieg zur Klausurenphase

Ein Graph zeigt eine Kurve mit den Lernstunden pro Tag für das ganze Semester. Die rote Kurve zeigt dabei das Wochenmittel der letzten sieben Tage an (gleitender Durchschnitt). Wie man schön erkennen kann, steigt dieser gleitende Durchschnitt im Laufe des Semesters immer weiter an und erreicht dann in der Klausurenphase ein Plateau im Bereich der fünf Stunden pro Tag. Das entspricht dem Wert einer Goldmedaille (siehe unten).

Akkumulierte Lernzeit

Akkumulierte Lernzeit – die Kurve wird steiler gegen Ende des Semesters
Abb. 8: Akkumulierte Lernzeit – die Kurve wird steiler gegen Ende des Semesters

Ein Graph zeigt eine Kurve mit der akkumulierten Lernzeit. Die Steigung der Kurve ist bei mir zu Anfang des Semesters ziemlich flach. Nach und nach wird die Kurve steiler, denn gegen Ende des Semesters wird jeden Tag mehr gelernt: der Pace ist höher.

4. Die Psychologie: Das Lerntagebuch nutzt psychologische Motivationstricks

Das Lerntagebuch wird auch – und hier sehe ich einen der Hauptvorteile – zur Motivation und Incentivierung eingesetzt. Hierfür haben sich zwei Konzepte als sehr effektiv herausgestellt: der Madaillenspiegel und der Aktienkurs.

Medaillenspiegel

Der Medaillenspiegel – Bronze, Silber, Gold und Platin
Abb. 9: Der Medaillenspiegel – Bronze, Silber, Gold und Platin

Ich habe festgestellt, dass eine Netto-Tageslernzeit von fünf Stunden das Optimum für mich darstellt. Fünf Stunden sind der Sweet Spot für meine Lernperformance. Für fünf Nettostunden verbringt man aber weitaus mehr Zeit als fünf Stunden in der Bib, denn es gibt ja noch Mittagspausen und Kaffeepausen. Beide erachte ich als sehr wichtig, denn lange Zeit am Stück kann zumindest ich nicht sehr konzentriert arbeiten. Doch zurück zu den fünf Stunden. Irgendwann kam ich auf die Idee, für Tage mit einer Netto-Lernzeit von mehr als fünf Stunden eine Goldmedaille zu vergeben. Es hat sich folgende Medaillenregelung ergeben:

  • ≥ 6h: Platin
  • ≥ 5h: Gold
  • ≥ 4h: Silber
  • ≥ 3h: Bronze

Ziel ist es, so viele Medaillen wie möglich zu sammeln. Außerdem versuche ich, Streaks aufzubauen, das heißt z. B. fünf Goldmedaillen in Folge zu sammeln. Und das ist auch die Hauptfunktion des Medaillenspiegels: Er motiviert ungemein, weitere Medaillen zu sammeln. Denn man kann aus einer Silbermedaille mit nur einer Stunde Mehraufwand eine Goldmedaille machen. Und Bronzemedaillen will man so wenige wie möglich sammeln, also wird aus der Bronzemedaille schnell eine Silbermedaille. Das alles führt dazu, dass man mehr lernt.

Aus einer Silbermedaille wird mit nur einer Stunde Mehraufwand eine Goldmedaille – das ist der psychologische Hebel.

Man könnte dieses Konzept mit den Medaillen noch erweitern und extrinsische Belohnungen, z. B. Geld, Schokolade oder was weiß ich für bestimmte Medaillen einführen. Für mich selbst reicht es aber aktuell, zu wissen, dass ich eine Goldmedaille erreicht habe. Und an sehr guten Tagen gibt es Platin. Auch schön.

Aktienkurs

Der Aktienkurs – steigt bei Übererfüllung, sinkt bei Unterschreitung
Abb. 10: Der Aktienkurs – steigt bei Übererfüllung, sinkt bei Unterschreitung

Eine der neusten Entwicklungen aus dem ersten Mastersemester ist der LernStock. Dabei handelt es sich um einen lustigen Einfall, der aber erstaunlich gute Wirkung erzielt. Ich habe angefangen, für jeden Tag eine »Soll-Lernzeit« zu definieren. Die Soll-Ist-Abweichung wird in einer Zelle berechnet. Dies wirkt sich auf den Aktienkurs aus; und das funktioniert wie folgt. Wenn ich genau die Soll-Vorgabe treffe, bewegt sich die Aktie weder nach oben noch nach unten. Verfehle ich die Vorgabe, sinkt die Aktie entsprechend der Soll-Ist-Abweichung. Je mehr ich das Ziel übertreffe, desto höher steigt der Kurs. Ziel ist es natürlich, am Ende des Semesters einen möglichst hohen Kurs zu erreichen. Ich habe den Aktienkurs nach mir benannt (»von-Hohnhorst-Stock«) und irgendwie motiviert das, den Aktienkurs ansteigen zu lassen. Klingt komisch, ist aber so.

6. Die Benefits: Bringt das Lerntagebuch überhaupt etwas?

Oft höre ich, dass ein solches Lerntagebuchs doch bestimmt sehr zeitaufwendig sein muss. Das stimmt nur zum Teil. Als Wirtschaftswissenschaftler kennt man den Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten. Der Aufbau eines Lerntagebuchs entspricht hier den fixen Kosten; das Protokollieren jeder Lerneinheit den variablen Kosten.

Die fixen Kosten sind recht hoch, aber sobald man das Tool aufgesetzt hat, fallen keine weiteren Fixkosten mehr an. Wer Excel oder Numbers beherrscht, setzt sich eine oder zwei Stunden hin und baut sich ein Template. Das macht man einmal und profitiert dann das ganze Semester davon.

< 10h
Gesamtaufwand für 500 Lerneinheiten pro Semester

Das Protokollieren einer jeden Lerneinheit ist am Anfang natürlich ungewohnt, aber wird recht schnell zu einer Gewohnheit. Es ist eine Sache von ein paar Sekunden, die Zeit einzutragen, die Art der Lerneinheit auszuwählen und dann kurz einzutippen, was man macht. Selbst wenn es eine Minute pro Lerneinheit dauern würde – was nicht der Fall ist – sind das bei 500 Lerneinheiten weniger als 10 Stunden im ganzen Semester. Demgegenüber steht die volle Transparenz über den Lernprozess und zahlreiche weitere Vorteile – alles im Leben ist ein Tradeoff.

Die konkreten Benefits lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen:

  1. Systematik und Struktur: Ein Lerntagebuch bringt Ordnung in den oftmals chaotischen und von Emotionen geleiteten Lernprozess. Jede Lerneinheit wird nach den gleichen Regeln erfasst, und diese Systematik erlaubt echte Kontrolle.
  2. Kontrolle und Transparenz: Jede Lerneinheit ist einsehbar, und es ist genau prüfbar, was an welchem Tag gemacht wurde – und was nicht. Das Lerntagebuch macht nicht nur Fächer, sondern auch Semester untereinander vergleichbar.
  3. Motivation und Steuerung: Oftmals führt das Lerntagebuch zum Bestreben, die Stundenzahl zu pushen. Instrumente wie der Medaillenspiegel und der Aktienkurs schaffen zusätzliche Anreize.
💡Tip
**Tipp:** Starte klein. Tracke zunächst nur Datum, Fach und Dauer. Weitere Spalten kannst du später hinzufügen, wenn du den Workflow verinnerlicht hast.

7. Die Insights: Was mich das Lerntagebuch gelehrt hat

Das komplette Numbers Dashboard nach Jahren der Weiterentwicklung
Abb. 11: Das komplette Numbers Dashboard nach Jahren der Weiterentwicklung

Durch das Lerntagebuch habe ich mich und meinen Lernprozess besser verstehen gelernt. Ich kann Semester untereinander vergleichen, weiß, wie viele Stunden ich ungefähr brauchen werde, um gewisse Noten zu erreichen. Meine Kerninsights möchte ich hier abschließend kurz beschreiben.

Insight #1: Mehr Lernen bringt auch mehr

Ich habe eine Korrelationsanalyse gefahren und es hat sich folgendes bewahrheitet. Betrachtet man die »Lernzeit pro ECTS« eines Semesters, und vergleicht dann die Semester untereinander, ergibt sich eine starke Korrelation:

−0,952
Korrelation zwischen Lernzeit pro ECTS und Notendurchschnitt

Teste Athenify kostenlos!

Nutze das Lerntagebuch als App: Tracke jede Lerneinheit, analysiere deine produktivsten Zeiten und sammle Medaillen für gute Lerntage.

Athenify kostenlos ausprobieren als digitales Lerntracking-Tool
Kostenlos testen

Keine Kreditkarte erforderlich.

Das Vorzeichen ist negativ, da mehr Lernen den Notenschnitt senkt. Im Klartext: Mehr Lernen korreliert mit besseren Noten. Natürlich wissen wir, dass Korrelation nicht gleich Kausalität bedeutet.

Insight #2: Ab 5h Stunden Netto-Lernzeit pro Tag ist Schicht im Schacht

5h
Sweet Spot für nachhaltige Netto-Lernzeit pro Tag

Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass fünf Stunden pro Tag ein Sweet Spot sind, was die Netto-Lernzeit angeht. Wenn ich früh anfange und ausgeschlafen bin, schaffe ich auch sechs und mehr Stunden, habe dann allerdings das Gefühl, nicht mehr ganz so produktiv zu sein. Ich habe außerdem festgestellt, dass ich mit fünf Stunden pro Tag stressfrei und ausgeglichen durch den Alltag gehe und noch genug Energie für meine anderen Habits wie Training, Lesen, Schreiben etc. habe. Wenn man in der Klausurenphase den Hardcore-Modus aktivieren möchte, kann man sicherlich noch deutlich mehr pro Tag lernen.

Insight #3: Beim Lerntagebuch ist 80/20 zu beachten

In der aktuellen Version ist das Lerntagebuch auf dem Spektrum Einfachheit–Komplexität genau an der richtigen Stelle: es ist leistungsfähig, aber nicht träge. Man könnte noch tiefergehende Analysen einbauen und die Datensätze für eine Lerneinheit noch granularer mit Informationen befüttern. Dann aber würde das Lerntagebuch zu komplex und damit schlecht handlebar werden. Denn wie bei (fast) allen Dingen, gilt auch für das Lerntagebuch das Paretoprinzip.

Insight #4: Wahrnehmung und Realität sind zwei paar Schuhe

Es gibt Tage, da denke ich, dass ich sehr lange gelernt habe. Die harten Fakten aus dem Lerntagebuch sprechen aber eine ganz andere Sprache; sie sind objektiv und man kann sie nicht austricksen.

Die harten Fakten aus dem Lerntagebuch sind objektiv – man kann sie nicht austricksen.

Dennoch gibt es, so glaube ich, Unterschiede im Hinblick darauf, wie weit man an einem Tag mit dem Lernen gekommen ist. Und das ist nicht immer abhängig von der Lernzeit, sondern hat mit neuronalen Faktoren und dem Lernen an sich zu tun. An manchen Tagen macht es Klick und man versteht ein Konzept, das man tagelang davor nicht verstanden hat – der Lernprozess ist eben nicht linear.

Insight #5: Der Lernprozess korreliert nicht perfekt mit dem Klausurergebnis

Die wohl wichtigste Erkenntnis zum Schluss: trotz eines gut strukturierten und optimierten Lernprozesses kann eine Klausur nicht so laufen, wie man es sich vorstellt. Denn »Lernen« und »Klausur schreiben« sind zwei unterschiedliche Prozesse. Eine sehr gute Vorbereitung erhöht die Chancen für gute Performance zwar massiv. Dennoch kann eine schlechte Tagesform oder eine ungewohnte, ja fiese Fragestellung zu einer nicht zufriedenstellenden Note führen. Das aber ist im Sport nicht anders. Nach einer Niederlage gilt es auch hier, zu schauen, wo die Fehler lagen und was beim nächsten Mal besser gemacht werden muss. Jede Klausur bietet die Chance, neu anzugreifen. Das Lerntagebuch kann dabei helfen, die Vorbereitung exzellent zu gestalten, den Lernprozess zu optimieren.

8. Die Metamorphose: Das Lerntagebuch wird eine App und heißt Athenify

Nach Jahren der Weiterentwicklung in Excel und Numbers wurde klar: Das Lerntagebuch verdient eine richtige App. Die Limitationen einer Tabellenkalkulation – keine mobile Nutzung, umständliche Eingabe, fehlende Automatisierung – ließen sich nicht mehr ignorieren. So entstand Athenify.

2014–2026
Über ein Jahrzehnt Entwicklung vom Prototyp zur App

Die App übernimmt alle bewährten Konzepte des Lerntagebuchs: die systematische Erfassung jeder Lerneinheit, den Medaillenspiegel, das Dashboard mit allen KPIs. Dazu kommen Features, die in einer Tabelle niemals möglich wären:

  • Automatische Timer: Mit einem Klick starten, keine manuelle Eingabe nötig
  • Push-Benachrichtigungen: Erinnerungen für Streak-Erhalt und Tagesziele
  • Live-Analysen: Dashboards, die sich in Echtzeit aktualisieren
  • Mobile Nutzung: Überall tracken, nicht nur am Laptop

Was als spontane Idee in der Bibliothek begann, ist heute ein vollständiges System zur Steuerung des Lernprozesses. Die Grundprämisse hat sich dabei nie geändert: What gets measured gets managed. Und wer seinen Lernprozess wirklich verstehen will, muss ihn zuerst sichtbar machen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Lernzeit?

Brutto-Lernzeit ist die Zeit am Schreibtisch. Netto-Lernzeit ist echte, fokussierte Lernzeit nach Abzug von Pausen und Ablenkungen. Das Lerntagebuch trackt die Netto-Zeit – nur diese zählt wirklich.

Wie funktioniert der Medaillenspiegel?

Für jeden Tag erhältst du eine Medaille basierend auf der Netto-Lernzeit: Bronze (≥3h), Silber (≥4h), Gold (≥5h), Platin (≥6h). Ziel ist es, möglichst viele Medaillen zu sammeln und Streaks aufzubauen.

Was ist der Aktienkurs im Lerntagebuch?

Der Aktienkurs zeigt deine kumulative Über- oder Untererfüllung. Triffst du dein Tagesziel, bleibt er stabil. Übertriffst du es, steigt er. Verfehlst du es, sinkt er. Ziel ist ein steigender Kurs am Semesterende.

Korreliert mehr Lernzeit wirklich mit besseren Noten?

Ja. Die Daten zeigen eine Korrelation von -0,952 zwischen Lernzeit pro ECTS und Notendurchschnitt (negativ, weil niedrigere Note = besser). Mehr Lernen korreliert stark mit besseren Ergebnissen.

Wie viele Stunden Netto-Lernzeit pro Tag sind optimal?

5 Stunden sind ein guter Sweet Spot – produktiv, aber nachhaltig. Mit 5 Stunden Netto-Zeit gehst du stressfrei durch den Tag und hast noch Energie für Training, Freizeit und andere Aktivitäten.

Über den Autor

Lukas von Hohnhorst

Lukas von Hohnhorst

Gründer von Athenify

Seit meinem 3. Semester tracke ich jede Lerneinheit – damals noch in Excel. Dank dieser Daten schrieb ich meine Master-Thesis vom Maidan in Kiew, aus dem Starbucks in Bukarest und einem Airbnb in Warschau.

In meiner Thesis brachte ich mir das Programmieren bei. Daraus entstand Athenify: 2020 gelauncht, seitdem kontinuierlich weiterentwickelt – heute mit über 30.000 Nutzern in 60+ Ländern. Außerdem habe ich das Buch "The HabitSystem" über Gewohnheiten geschrieben.

Dabei fließen 10+ Jahre Tracking-Erfahrung und 5+ Jahre Softwareentwicklung in die Entwicklung von Athenify ein. Als Software Product Owner, ehemaliger Bain-Berater und Mannheim-Absolvent (Top 2 %) weiß ich, was Studierende brauchen – ich war selbst Tutor an der Uni.

Mehr über Lukas erfahren

Ähnliche Artikel

Teste Athenify kostenlos!

Starte Dein produktivstes Semester, und beginne heute Deine 14-tägige kostenlose Testphase

Athenify kostenlos ausprobieren als digitales Lerntracking-Tool
Einfaches Tracken aller Lernzeiten
Bleibe stets motiviert mit Streaks, Medaillen und Abzeichen
Analysiere Deine Lerngewohnheiten und erkenne Muster
Kostenlos testen

Keine Kreditkarte erforderlich.