49. Bau Dir eine elegante Garderobe auf: Kleider machen Leute!
Menschen in Deutschland verfügen über einen ausgesprochen miserablen Kleidergeschmack! In wenigen anderen Ländern wird derart nachlässig mit dem eigenen Outfit umgegangen. Grund hierfür ist ein Missverständnis von »Oberflächlichkeit« und ein falsch verstandenes Bestreben, nicht zu »eitel« zu sein.
Die Italiener, Briten oder Skandinavier, und auch unsere Nachbarn aus den Niederlanden, haben das besser verstanden. Sie haben Stile etabliert, die vom britischen Understatement über die italienische Eleganz bis hin zum skandinavischen Minimalismus reichen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie kleiden sich in der Regel modischer und ästhetischer als wir Deutschen.
Es gibt viele Leute, die der Meinung sind, dass die Beurteilung der Kleidung anderer Leute ein Zeichen von Oberflächlichkeit ist. Das ist allerdings ein Irrtum! Ist es nicht so, dass wir durch unsere Kleidung eine Menge über unsere Persönlichkeit ausdrücken? Ist unsere Kleidung nicht gerade ein Ausdruck dessen, wer wir sind und wie wir von anderen wahrgenommen werden wollen?
Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
— Karl Lagerfeld
Wer in Jogginghosen in der Öffentlichkeit auftaucht, signalisiert damit, dass er entweder als besonders sportlich, als Rapper oder als nachlässig wahrgenommen werden möchte – doch in den seltensten Fällen ist das erste Szenario der Fall, denn Jogginghosen werden selten tatsächlich zum Joggen getragen. Stattdessen sendet die Jogginghose in den meisten Kontexten eher eine Nachricht von Nachlässigkeit und mangelnder Sorgfalt im Umgang mit dem eigenen Erscheinungsbild.
Dabei ist eine schöne Garderobe nicht besonders schwer! Du benötigst lediglich sechs Zutaten, um Dir eine schöne und ästhetische Garderobe zusammenzustellen. Diese Zutaten gelten für Frauen und Männer gleichermaßen, auch wenn es natürlich geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Grundsätzlich gibt es für Frauen deutlich mehr Auswahl und Möglichkeiten. Nebenbei bemerkt liegt es vielen Frauen auch deutlich mehr, Aufwand und Kreativität in das eigene Outfit zu stecken.
Die Zutaten für eine elegante Garderobe sind folgende: Zeitloser Stil: Setze auf klassische, bewährte Kleidung – vergiss flüchtige Trends Perfekter Fit: Trage sehr gut passende Kleidung und werde zum besten Kunden Deines Änderungsschneiders Richtige Farben: Wähle Kleidung, die zueinander und zu deiner Hautfarbe passt Hochwertige Materialien: Trage Kleidung aus natürlichen und hochwertigen Materialen Dein persönliches Markenzeichen: Etabliere eine persönliche Uniform Die gesunde Prise Pragmatismus: Vereinfache Deine Garderobe
1. Setze auf klassische, bewährte Kleidung – vergiss flüchtige Trends: Zeitloser Stil
Jedes Jahrzehnt bringt neue Modetrends mit sich, sei es wechselnde Farbpaletten oder neue Schnittführungen, die du angeblich tragen solltest. Doch statt sich von dieser Flut an kurzlebigen Trends mitreißen zu lassen, empfehle ich dir, den Blick auf bewährte, klassische Kleidungsstücke zu lenken. Diese zeitlosen Stücke haben sich über Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte hinweg, behauptet und bieten einen sicheren Hafen in der wechselhaften Welt der Mode.
Als Mann kannst du beispielsweise nie mit einem gut sitzenden Hemd danebenliegen. Hemden waren bereits vor 100 Jahren ein Ausdruck von Geschmack und Eleganz und werden es mit Sicherheit auch noch in 100 Jahren sein. Hemden sind lindy. Dasselbe gilt für Schuhmodelle wie den klassischen Captoe Oxford – ein Paradebeispiel für zeitlosen Stil und Qualität.
Aber auch bei neueren Kleidungsstücken kann diese Regel gelten. Weiße Sneaker, beispielsweise, die ihren Ursprung in den 80er Jahren haben, haben ihre Beständigkeit bereits unter Beweis gestellt und werden auch in Zukunft eine gute Wahl sein.
Lass dich nicht von vorübergehenden Modetrends beeinflussen. Fokussiere dich stattdessen auf den zeitlosen Stil, der deine Persönlichkeit unterstreicht und unabhängig von der flüchtigen Launenhaftigkeit der Mode steht. Denn wahre Eleganz liegt nicht in der Anpassung an den neuesten Trend, sondern in der Treue zu einem Stil, der den Test der Zeit überdauert hat.
2. Trage sehr gut passende Kleidung und werde zum besten Kunden Deines Änderungsschneiders: Perfekter Fit
Körperbetonte Kleidung sieht gut aus – einen athletischen Körper vorausgesetzt. Auch du sollest nicht dem Trend von oversized Outfits zum Opfer fallen. Es ist ästhetisch und objektiv betrachtet kein schönes Outfit – und wird es auch nie sein.
Stattdessen solltest du dich für Kleidung entscheiden, die wirklich gut passt. Das bedeutet nicht, dass du dich in Skinny-Fit-Teile zwängen musst. Aber ein Hemd, zum Beispiel, sollte deinen Körper betonen und nicht wie ein Zelt um ihn herum flattern. Auch bei Jeans ist es vorteilhaft, wenn sie zum Knöchel hin enger werden, also tapered sind.
Entgegen der allgemeinen Meinung spielt die Marke deines Kleidungsstücks oft eine untergeordnete Rolle. Ein Armani-Anzug wird häufig als Synonym für teure Designerkleidung genannt. Dabei ist Armani weder eine Luxusmarke, noch für besonders hochwertige Anzüge bekannt. Noch wichtiger: Auch ein teurer Anzug kann schlecht sitzen, wenn er zu eng oder zu weit ist. Daher ist es weit wichtiger, dass dein Outfit gut sitzt, als dass es einen bestimmten Markennamen trägt. Natürlich spielen Materialien und Farben eine Rolle, aber dazu später mehr.
Die meisten Kleidungsstücke können relativ kostengünstig von einem Änderungsschneider angepasst werden. Ich habe schon unzählige Jeans enger machen lassen, Hemden taillieren und Sakkos kürzen lassen. In den meisten Fällen lohnt sich das! Viele Leute unterschätzen die Dienste eines Änderungsschneiders. Dabei ist es die günstigste Möglichkeit, deine vorhandene Garderobe zu verbessern. Denk an das Prinzip der Negation (via negativa): Ein etwas zu großer Anzug sieht erst gut aus, wenn er deinen Körper perfekt umschmeichelt. Zudem unterstützt du so die lokale Wirtschaft und gibst deinem Kleidungsstück, das vielleicht etwas zu groß ist, eine zweite Chance.
3. Wähle Kleidung, die zueinander und zu deiner Hautfarbe passt: Richtige Farben
Einige Farben sind universell tragbar: Weiß, Grau und Marineblau gehören dazu. Sie sind zeitlos und lassen sich gut miteinander kombinieren. Doch darüber hinaus können Farben deine natürliche Ausstrahlung betonen oder abschwächen - je nachdem, wie gut sie zu deiner Hautfarbe passen.
Wenn du eine helle Hautfarbe hast, solltest du allzu kräftige Farben mit Vorsicht genießen. Sie könnten dich blass erscheinen lassen. Stattdessen stehen dir sanfte Pastelltöne und Erdtöne oft besser. Ein Hellblau, zartes Rosa oder gedämpftes Grün können deine Haut schmeicheln, ohne sie überstrahlen. Gleiches gilt für dunklere Töne wie Dunkelblau oder Schokoladenbraun, die einen schönen Kontrast bieten und gleichzeitig die helle Hautfarbe hervorheben.
Hast du hingegen eine dunklere Hautfarbe, kannst du durchaus zu intensiven Farben greifen. Sie setzen einen lebhaften Kontrast und bringen deine Hautfarbe zum Leuchten. Kräftiges Rot, sattes Grün oder leuchtendes Gelb können sehr ansprechend wirken. Aber auch dezente Töne wie Creme, Taupe oder Olive unterstreichen die natürliche Wärme dunkler Haut.
Allerdings sind das nur allgemeine Empfehlungen. Am Ende kommt es immer auf den individuellen Typ an. Experimentiere mit verschiedenen Farben und beobachte, welche dich frisch und lebendig wirken lassen. Denn die beste Farbe ist die, in der du dich wohlfühlst und die deine Persönlichkeit zum Strahlen bringt.
4. Tragen Kleidung aus natürlichen und hochwertigen Materialen: Hochwertige Materialien
Greife zu Baumwolle, Leinen, Wolle und Leder. Diese natürlichen Materialien sind nicht nur angenehm auf der Haut, sondern auch langlebig und umweltfreundlicher als synthetische Stoffe. Sie ermöglichen eine gute Luftzirkulation und haben die Fähigkeit, Feuchtigkeit von der Haut wegzuleiten, was dir ein angenehmes Tragegefühl verleiht.
Baumwolle ist beispielsweise weich, atmungsaktiv und sehr gut für Alltagskleidung geeignet. Leinen hat eine kühlende Wirkung und ist daher besonders für heiße Sommertage ideal. Wolle bietet hervorragende Isoliereigenschaften und ist daher perfekt für Winterkleidung. Leder ist robust und langlebig, was es zur perfekten Wahl für Schuhe und Jacken macht.
Elastan kann in geringen Mengen durchaus sinnvoll sein, um deiner Kleidung eine gewisse Flexibilität und Formstabilität zu verleihen. Doch achte darauf, dass es nicht den Hauptbestandteil deines Kleidungsstücks ausmacht, da es weniger atmungsaktiv ist und bei der Produktion umweltschädlich sein kann.
Generell gilt: Qualität vor Quantität. Ein gut gemachtes Kleidungsstück aus hochwertigem Material hält nicht nur länger, sondern fühlt sich auch besser auf deiner Haut an. Und es zeigt deinen Respekt für Handwerk und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie. Es lohnt sich also, in hochwertige Stücke zu investieren und auf die Materialzusammensetzung zu achten.
5. Etabliere eine persönliche Uniform: Dein persönliches Markenzeichen
Viele Menschen denken, Mode sei nur etwas für die Modemagazine und Laufstege dieser Welt. Doch in Wirklichkeit ist es mehr als nur das Aussehen – es ist ein Ausdruck von dir selbst, deiner Persönlichkeit und deinen Werten. Eine Möglichkeit, deinen persönlichen Stil zum Ausdruck zu bringen, besteht darin, eine Art »persönliche Uniform« zu etablieren.
Vielleicht denkst du jetzt: »Eine Uniform? Das klingt so eintönig und langweilig.« Doch lass dich nicht von dem Wort abschrecken. Eine persönliche Uniform bedeutet nicht, dass du jeden Tag dasselbe Outfit tragen sollst. Es geht vielmehr darum, einen kohärenten und erkennbaren Stil zu haben, der deinen Charakter und deine Vorlieben widerspiegelt.
Ob das nun bedeutet, dass du eine Vorliebe für minimalistische Kleidung in gedeckten Farben hast oder dass du stets einen auffälligen Schal oder Hut trägst, ist ganz dir überlassen. Wichtig ist, dass du dich in deiner Kleidung wohlfühlst und sie zu dir passt.
Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten haben diese Art der Kleidung für sich entdeckt, etwa Steve Jobs mit seinem ikonischen schwarzen Rollkragenpullover und blauen Jeans oder Mark Zuckerberg mit seinem grauen T-Shirt. Es vereinfacht die Entscheidungsfindung am Morgen und schafft eine Art Markenzeichen, das dich von anderen abhebt und unverwechselbar macht.
Also, sei mutig und finde deinen persönlichen Stil, deine persönliche Uniform. Sie wird nicht nur dazu beitragen, dein Selbstbewusstsein zu stärken, sondern auch anderen einen Einblick in deine Persönlichkeit geben. Und wer weiß, vielleicht wirst du sogar zur Stil-Ikone in deinem eigenen Umfeld?!
6. Vereinfache Deine Garderobe: Die gesunde Prise Pragmatismus
Viele Menschen besitzen zu viele Kleidungsstücke! Das macht es nicht nur schwierig, passende Outfits zusammenzustellen, sondern es kann auch erdrückend wirken. Also sei kein Messi (außer natürlich auf dem Fußballfeld) und bringe eine gesunde Portion Pragmatismus in deinen Kleiderschrank. Mit anderen Worten: Mach es nicht komplizierter als es sein muss.
Bevor du anfängst, dein Kleiderschrank mit wilden Leopardenmustern oder exotischen Farben zu füllen, solltest du sicherstellen, dass du die grundlegenden Kleidungsstücke besitzt. Diese sogenannten Basics sind die Stützpfeiler deiner Garderobe und du wirst feststellen, dass sie sich leicht mit vielen anderen Kleidungsstücken kombinieren lassen. Und ja, du brauchst nicht siebzehn verschiedene Farben für deine Socken.
Ein guter Tipp ist es, Unterwäsche und Socken in größerer Menge vom selben Typ zu kaufen. Das macht das Sortieren nach dem Waschen einfacher und spart dir Zeit. Persönlich habe ich mir Unterhosen und Socken von Uniqlo gekauft. Ihre Qualität ist gut und sie bieten eine breite Palette von Farben und Stilen an, so dass du sicherlich etwas findest, das deinem Geschmack entspricht.
