25. Bau Dir Systeme für Deine Habits auf, die Dich nachhaltig motivieren
Gewohnheiten sind mächtige Werkzeuge, um Veränderungen herbeizuführen. Ihre volle Stärke entfalten sie allerdings erst, wenn sie mit Systemen gekoppelt werden. Obwohl das menschliche Gehirn enorm leistungsfähig ist, stößt es doch an seine Grenzen. Systeme agieren als Verlängerungen deines Gehirns und vereinfachen das Setzen, Verfolgen und Optimieren von Gewohnheiten. Du kannst sie als physische Unterstützer deiner Gewohnheiten betrachten.
Systeme bieten eine Entlastung für das Gehirn, da sie Informationen speichern, die unser Gehirn sonst mühsam festhalten müsste. Die regelmäßige Notierung von Terminen in einem Kalender ist ein Beispiel für eine Gewohnheit, die durch ein System, den Kalender, unterstützt wird. Es gibt viele solcher Systeme, die in Kombination mit Gewohnheiten eine Art Superkraft entfalten.
Nimm zum Beispiel das HabitSystem, das ich in Ratschlag (VERWEIS einfügen) vorgestellt habe. Erst dieses System ermöglicht die Umsetzung täglicher Gewohnheiten in vollem Umfang. Ohne eine externe Dokumentation wäre es kaum möglich, effektive Gewohnheiten aufzubauen und beizubehalten.
Deshalb bedenke: Deine Notizen, Apps und Tabellen – all das sind deine Systeme, deine Gehirnverlängerungen. Sie erweitern deine kognitiven Fähigkeiten und erhöhen deine Effizienz. Sie sind wie externe Festplatten, die dir dabei helfen, dein Potential zu maximieren, indem sie die Informationen und Aufgaben speichern, die sonst Platz in deinem Gehirn einnehmen würden. Dadurch erhältst du mehr geistige Freiheit und kannst dich auf das konzentrieren, was wirklich zählt.
Systeme vs. Ziele
Scott Adams, der Schöpfer des berühmten Comics »Dilbert«, hat eine interessante Perspektive auf das Erreichen von Zielen: Er sagt, es geht weniger um das Setzen von Zielen und mehr um die Schaffung von Systemen. Ein System ist eine Reihe von Routinen und Gewohnheiten, die du regelmäßig ausübst und die dich auf deinem Weg zu deinen Zielen unterstützen. Sie sind flexibel, anpassungsfähig und können sich mit der Zeit weiterentwickeln.
Im Folgenden werde ich dir einige Systeme vorstellen, die ich über die Jahre hinweg persönlich aufgebaut habe und bis heute nutze. Aber lass dich nicht von dieser Liste einschränken - sie ist nicht als Vorschrift gemeint, sondern dient als Inspiration, um dir deine eigenen Systeme aufzubauen.
Es ist wichtig zu bedenken, dass du deine Systeme im Laufe der Zeit anpassen wirst – und auch anpassen solltest. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein System bereits in seinem Anfangszustand optimal für dich ist, ist sehr gering. Sei deshalb nicht zu streng mit dir selbst: Ein gutes System braucht Zeit, um sich zu etablieren und seine volle Wirksamkeit zu entfalten.
Behalte das im Hinterkopf, wenn ich dir meine Systeme vorstelle. Keines der hier beschriebenen Systeme sah zu Beginn so aus, wie es heute ist. Ich ermutige dich, mit einem einfachen System zu beginnen. Du wirst feststellen, dass dir im Laufe der Zeit von selbst Ideen kommen, wie du dein System verbessern kannst.
Ein System ist mehr als nur eine Methode – es ist eine Philosophie. Es geht darum, das Beste aus deiner Zeit und Energie zu machen und auf eine Weise zu arbeiten, die deinen Stärken und Interessen entspricht. Denke immer daran: Ein gut konzipiertes System kann dir helfen, weiter zu kommen und mehr zu erreichen, als du dir vielleicht jemals vorgestellt hast.
1. Führe ein Erfolgsjournal
Bodo Schäfer, ein deutscher Erfolgsautor und Coach, hat vor vielen Jahren ein Buch geschrieben. Es heißt »Ein Hund namens Money« und soll Kindern den Umgang mit Geld erklären. Ich habe das Buch als Kind gelesen und war sofort davon fasziniert. Vor einigen Jahren habe ich das Buch dann erneut gelesen. Ein Konzept darin hat mich besonders gefesselt: Das Erfolgsjournal.
In Schäfers Buch kann der Hund Money sprechen. Er erklärt der Protagonisten Conny (ein kleines Mädchen), das sie ab sofort ein Erfolgsjournal führen soll. Ein Erfolgsjournal ist wie ein Tagebuch. Anders als ein Tagebuch ist es aber nur auf ein Thema fokussiert: Die persönlichen Erfolge eines jeden Tages festzuhalten. Dabei geht es nicht um seitenlange Einträge, sondern einfach darum, täglich die kleinen und großen Erfolge festzuhalten.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Erfolgsjournal zu führen. Ich persönlich nutze ein einfaches Pages-Dokument. In meinem HabitSystem tracke ich, ob ich jeden Tag einen Eintrag ins Erfolgsjournal mache. Seit Januar 2016 habe ich jeden Tag mindestens einen Erfolg festgehalten.
Ganz im Sinne von Mini Habits besteht das tägliche Ziel seit 2016 ausschließlich darin, einen (!) Erfolg festzuhalten. Ein Erfolg jeden Tag – das sind 365 Erfolge im Jahr. Für jeden Erfolg nutze ich eine, maximal zwei Zeilen und stelle dem Erfolg ein Emoji voran.
Mein Erfolgsjournal füllt mittlerweile fast 400 Seiten. Mir bereitet es aus zwei Gründen Freude, ein Erfolgsjournal zu führen. Erstens hilft es mir dabei, jeden Tag zu reflektieren, was ich erreicht habe, oder worauf ich stolz bin. An machen Tagen sind das wirklich kleine Dinge (»Müll rausgebracht«), an anderen Tagen sind es große Errungenschaften »Masterarbeit abgegeben«). Wie schlecht ein Tag auch gelaufen sein mag – es gibt immer einen kleinen Erfolg. Und jeden Erfolg halte ich fest. Zweitens macht es unglaubliche Freude, im Erfolgsjournal zu schmökern. Ich habe eine lückenlose Auflistung über alle Erfolge der letzten fünf Jahre. Beim Schmökern fällt mir oft auch, wie viele Erfolge ich bereits vergessen habe. *Dann denke ich wieder an Dumbledore und sein Denkarium: Durch mein Erfolgsjournal bleiben meine Erfolge für immer festgehalten und sind jederzeit – auch ganz ohne Zauberstab – abrufbar. *
2. Führe ein Schreibtagebuch
In Harry Potter benutzt Albus Dumbledore, der legendäre Schulleiter von Hogwarts und wichtiger Mentor Harrys, ein sogenanntes Denkarium. Ein Denkarium ist eine Steinschale, in der Gedanken gespeichert werden können. Dumbledore nutzt seinen Zauberstab, um seine Erinnerungen und Erlebnisse im Denkarium zu speichern. Die gespeicherten Gedanken können später wieder aufgerufen werden. Ein Schreibtagebuch ist so etwas ähnliches wie ein Denkarium.
Seit ich im Sommer 2015 mein HabitSystem aufgesetzt habe, führe ich ein Schreibtagebuch. Bisher habe ich annähernd 1.000 Seiten befüllt. Die meisten Einträge werde ich wahrscheinlich nie wieder lesen.
3. Führe ein Lesetagebuch
In Ratschlag VERWEIS argumentiere ich, dass tägliches Lesen die Fähigkeit und Gewohnheit ist, die wohl am nächsten an eine Superkraft heranreicht.
Ein Lesetagebuch.
4. Führe ein Lerntagebuch
In Ratschlag VERWEIS
5. Tracke Deine persönlichen KPIs/OKRs
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6. Baue Dir ein Notiz-System als persönliche Wissensdatenbank
In einer Welt, die von Informationen und Wissen überschwemmt wird, ist es unerlässlich, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt. Dafür brauchst du ein effektives Notiz-System – also eine maßgeschneiderte, persönliche Wissensdatenbank, die dir dabei hilft, das Chaos zu ordnen.
Bedenke: Wie alle anderen Systeme handelt es sich hierbei um eine Erweiterung deines Gehirns.
Notizen sind viel mehr als nur flüchtige Gedanken. Sie sind eine Reflexion deines Geistes, eine Sammlung von Ideen, Wissen und Inspirationen, die du im Laufe deines Lebens ansammelst. Doch um diese Schätze zu bewahren und nutzbar zu machen, ist es wichtig, sie in einem organisierten System zu verwalten.
Hier kommen Tools wie Capacities oder Notion ins Spiel. Es sind All-in-One-Notiz- und Projektmanagement-Apps, die dir dabei helfen, deine Gedanken, Ideen, Aufgaben und Projekte an einem zentralen Ort zu verwalten. Sie ermöglichen dir, eine Struktur in dein Wissenschaos zu bringen und es nach deinen Vorstellungen zu gestalten.
Das Schöne an einem Notiz-System ist, dass du es nach deinen individuellen Bedürfnissen gestalten kannst. Du kannst es als simples Notizbuch verwenden oder es zu einer mächtigen Datenbank für alle Aspekte deines Lebens ausbauen.
Und schließlich: Lass dein Notiz-System leben und wachsen. Es sollte sich mit dir weiterentwickeln, denn es ist ein dynamischer, lebendiger Teil deines Denkprozesses. Wie du dein Wissen erweiterst, erweitert sich auch dein Notiz-System. Wie du dich weiterentwickelst, entwickelt sich auch dein Notiz-System weiter. Denn letztendlich ist dein Notiz-System eine Erweiterung von dir – eine Wissensdatenbank, die so einzigartig ist wie du selbst.
7. Baue Todo- und Kalender-System
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8. Bau Dir ein Finanz-System auf
Wie kann ein Geldsystem aussehen? Die bessere Frage wäre: Wie sieht unser Geldsystem aus? Wenn dir jemand einen Ratschlag gibt, solltest du ihn immer selber fragen, ob der den Ratschlag auch befolgt. Tut er dies nicht – ist der Ratschlag meistens nicht wertvoll. Wenn dir ein Arzt ein Medikament empfiehlt, frag ihn, ob er dieses auch an deiner Stelle nehmen würde (oder ob er es auch seiner Tochter verschreiben würde). So kannst du – zumindest zu einem Gewissen grad – Skin in the game beim Ratgebenden nachbilden. Also zurück zur Frage: Wie sieht unser Geldsystem aus?
Ich (Lukas) habe einen Dauerauftrag, der jeden Monat direkt nach dem Gehaltseingang Geld vom Girokonto auf das Verrechnungskonto überweist. Das Verrechnungskonto ist ein Konto, das deine deine Bank für dein Depot verwendet. Alle drei Monat kaufe ich mit dem Geld des Verrechnungskontos einen ETF (in diesem Falle einen FTSE All-World, der im wesentlichen dem 70/30-Split des MSCI World/EM entspricht). Das wars!
Mein Geldsystem ist denkbar einfach aber brutal effizient. Ich plane nicht, was oder wann ich kaufe. Ich habe alles weitgehend automatisiert. Noch besser wäre es, wenn es auf die ETFs, die mich interessieren, einen kostenlosen Sparplan gäbe. Bei einem Sparplan wird jeden Monat automatisch investiert. Da es diesen kostenlosen Sparplan aktuell nicht bei meiner Bank gibt, nehme ich mir alle drei Monate fünf Minuten Zeit und tätige die Transaktion.
Das Geld, was ich danach noch verfügbar habe, verwende ich anhand der Prinzipien, die wir oben beschrieben haben. Das heißt: Wissen, in welchen Kategorien die großen Ausgaben anfallen, auf den Unterschied von Preis und Wert achten und dabei die Lifestyle-Inflation im Griff haben. Alles andere sind Mikro-Entscheidungen, die auf das große Ganze keinen Einfluss haben.
