36. Studiere an einer renommierten Universität und werde zu einem erstklassigen Student
Die drei Rollen des Studiums
Academia: Formalen Anforderungen und Signalling gerecht werden
Ziel des Studiums ist, einen Abschluss zu erlangen. Das ist der Aspekt der formalen Bildung. Natürlich lernt man im Studium auch einiges, aber – das ist die Realität – es wird primär auf den Abschluss geachtet. Und ja, die Noten spielen hier natürlich eine Rolle.
Ein erfolgreich abgeschlossenes Studium ist das in Deutschland notwendige *Signaling *um einen guten Job zu bekommen. Signaling kommt aus der Volkswirtschaftslehre und bedeutet, dass man als Absolvent Signale sendet, die dem Unternehmen kommunizieren, dass man leistungsbereit ist. Unternehmen wollen gute Berufseinsteiger und ein erfolgreich abgeschlossenes Studium sendet dieses Signal. Das wirkt vielleicht ein bisschen ernüchternd, entspricht aber der Realität.
Die Fähigkeiten, die man im Studium lernt spielen natürlich auch eine große Rolle. Aber es ist für Unternehmen nicht leicht, diese Fähigkeiten nachzuprüfen. Und ohnehin: Die wirklich für den Beruf notwendigen Fähigkeiten lernt man primär *im *Beruf – nicht im Studium. Und wer an einer renommierten Universität ein komplexes Studium abgeschlossen hat, der sendet ein eindeutiges Signal: Ich bin lern- und leistungsbereit.
Das ist die Realität des Studiums. Je nach Studiengang gibt es natürlich Unterschiede. Im Medizinstudium lernt man tatsächlich sehr viel über den menschlichen Körper. Im BWL-Studium dagegen ist das Signaling deutlich wichtiger. Und dass viele BWL-Kenntnisse im Jo b zu erlernen sind, zeigen zahlreiche Manager, die nie BWL studiert haben.
Mit diesem Wissen solltest du in dein Studium gehen. Es ist wichtig, dass du dein Studium ernst nimmst und gute Noten schreibst – denn das sorgt für gutes Signaling. In vielen Studiengängen, darunter BWL, sind Praktika während des Studiums unumgänglich. Auch sie sind Teil des Signalings. Wer bei renommierten Unternehmen gearbeitet hat, der sendet ein gutes Signaling.
Die Feststellung, dass das Studium heute leider größtenteils zu einem Häkchen bei formalen Anforderungen führt, haben wir natürlich nicht alleine gemacht. Viele Menschen haben das festgestellt – und das nicht nur in Deutschland. In einem Artikel beschreibt die LA Times, dass viele Studenten feststellen, dass das Studium ja eigentlich xxxx
Neben dem Signaling, das dafür sorgt, dass du den formalen Anforderungen des Studiums gerecht wirst, gibt es unserer Meinung aber noch zwei Bereiche, die langfristig mindestens genauso wichtig sind. Diese Bereiche lauten “Persönliche Entwicklung” und “Soziales”. Skills: Die persönliche Entwicklung vorantreiben
Natürlich dient das Studium der Erlangung eines Abschlusses. Das ist der extrinsische Aspekt des Studiums, der dem Umfeld der deutschen Arbeitswelt geschuldet ist. An dieser Tatsache ist nicht zu rütteln. Die meisten Studenten, uns eingeschlossen, wollen die Zeit des Studiums aber nicht nur der formalen Bildung widmen. Vielmehr bietet das Studium das ideale Umfeld, die persönliche Entwicklung voranzutreiben. Nie wieder hat man so viel Zeit und Freiraum, nie wieder bietet das Umfeld so viele Möglichkeiten, Wissen und Fähigkeiten zu erlangen.
Folglich ist es deine eigene Aufgabe, im Studium deine persönliche Entwicklung im Einklang mit deiner Mission voranzutreiben. Dazu gehört, dass du dir über den formalen Studieninhalt hinaus Wissen und Fähigkeiten aneignest.
Als BWL-Student liest du in der Freizeit Bücher über Management, schaust dir das Handelsblatt an und arbeitest an deiner eigenen Geschäftsidee. Als Informatik-Student verfolgst du Stackoverflow und bastelst an eigenen Programmen. Als Jura-Student beschäftigst du dich mit Rechtsphilosophie und diskutierst mit deinen Freunden über spannende Fälle.
All diese Beispiel zeigen dir: Du sollst im Studium nicht nur studieren, um den formalen Anforderungen gerecht zu werden. Vielmehr ist es deine Aufgabe, dein Fachwissen und deine Fähigkeiten, die im Zusammenhang mit deinem Studiengang stehen, selbständig zu erweitern. Oft nämlich sind die Studieninhalte veraltet oder unvollständig. Es ist deine Aufgabe als Student, in deinem Gebiet auf dem Stand der Forschung zu bleiben. Es ist deine Aufgabe, die Zeit des Studiums nicht nur für den formalen Inhalt zu nutzen, sondern selbständig Wissen in diesem Bereich zu erlangen.
Wer das Studium nur für den extrinsischen Signaling-Effekt nutzt, verschwendet seine Zeit. Im Studium gibt es so viele Möglichkeiten, noch mehr Wissen und Fähigkeiten zu erlangen. Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, sein Wissen und seine Fähigkeiten für so wenig Geld zu verbessern. Welche Möglichkeiten gibt es: Bücher lesen Zeitung lesen Foren lesen Reddit lesen Quora lesen Udemy-Kurse machen Udacity-Kurse machen Lynda-Kursen machen YouTube-Videos schauen Podcasts hören Hörbücher hören
Die wenigsten dieser Möglichkeiten sind kostenpflichtig. Und 20 € für ein Buch sind – das haben wir schon mehrfach geschrieben – ein verdammt gutes Investment.
Sieh es so: Das Studium hilft dir zwar dabei, einen formalen Abschluss zu erlagen, der aus Gründen des Signaling in Deutschland notwendig ist – aber du selbst bist dafür verantwortlich, im Studium relevante Fähigkeiten zu erlernen. Das ist der Kern des Studiums! Du machst das für dich, nicht für den Abschluss – das darfst du nie vergessen. Das Erlernen dieses Fähigkeiten ist Teil des Fundaments, das du in deinen 20ern errichtest. Es ist langfristig noch viel wichtiger als die formale Bildung. Kurzfristig, das heißt zum Berufseinstieg, wirst du diesen Effekt noch nicht so sehr spüren. Langfristig aber zahlt es sich doppelt und dreifach aus, wenn das Studium zur persönlichen Weiterentwicklung genutzt hat und Wissen, Fähigkeiten und Gewohnheiten aufgebaut hat. Davon hat man lange etwas!
Teil der persönlichen Weiterentwicklung sind nicht nur die Fähigkeiten und das Wissen, das im direkten Zusammenhang zum Studienfach steht. Als Student ist es auch deine Aufgabe, andere Bereiche anzuschauen. Zur persönlichen Entwicklung zählt auch das Allgemeinwissen, was leider bei vielen Studenten zu kurz kommt. Hobbies sind ebenfalls wichtig. Im Studium kannst du dich der Fotografie, einem Instrument, dem Schreiben, Zeichnen, Programmieren, oder auch dem Tanzen widmen. Ein breites Spektrum an Interessen zu entwickeln, wird deine Persönlichkeit wachsen lassen. Auch dazu bietet das Studium vielfältige Möglichkeiten. wichtig sind. Diese Bereiche lauten “Persönliche Entwicklung” und “Soziales”.
Social: Die richtige Balance finden
Wie bei den drei Ressourcen – Zeit, Geld und Energie – verhält es sich auch bei den drei Aspekten des Studiums: Mehr von dem einen bedeutet oft weniger von dem anderen. Konkreter: Ein ausgefüllteres Sozialleben im Studium geht meist auf Kosten der formalen Bildung und/oder der persönlichen Entwicklung. Auch hier heißt das Stichwort: Balance.
Du musst selbst entscheiden, wie du die drei Bereiche gewichten möchtest. Denk dabei daran, dass diese Gewichtung im Einklang zu deiner Mission stehen sollte. Und – so ist das bei vielen Dingen im Leben – manchmal muss man eben Kompromisse machen. Der Fokus von Bill Gates lag weder bei der formalen Bildung (er hat sein Studium nie abgeschlossen) noch beim Sozialleben. Er hat seinen Fokus vielmehr voll auf die persönliche Entwicklung (hier, seine Programmierkenntnisse und seine unternehmerischen Fähigkeiten) gelegt. Der Rest ist Geschichte.
Um es zusammenzufassen. Im Studium geht es darum, das richtige Signalling zu setzen. Noch wichtiger aber ist, dass du dir während dieser Zeit – ob in den Pflichtveranstaltungen oder außerhalb – Wissen und Fähigkeiten aneignest, die für du für deine Mission brauchst.
Wenn Du nur den formalen Anforderungen gerecht wirst, wirst du natürlich nicht komplett ohne neues Wissen und Fähigkeiten das Studium verlassen. Nicht wenige Studenten aber, die nicht selbständig für die eigene Entwicklung eingestanden sind – und diese Aufgabe naiv den Erstellern des Modulplans überlassen haben – fragen sich am Ende des Studiums, was sie denn nun eigentlich wirklich können.
